Inhalt

Klimabotschaften

Eberhard Eckert veröffentlicht jeden Monat neue "Klimabotschaften", die einerseits zum Nachdenken anregen, andererseits aber auch gute Tipps geben, was jeder Mitmensch für den Klimaschutz tun kann.

Klimabotschaft Oktober 2021

Klimawandel und Freiheit

In der Coronapandemie müssen wir Einschnitte in unsere individuellen Freiheiten ertragen, um solidarisch für die Gesundheit unserer Mitmenschen und nicht nur für unsere eigene zu sorgen. – Unser jetziger hoher und noch immer steigender Energieverbrauch setzt so viel CO2 frei, dass wir in weniger als 10 Jahren unser CO2-Kontingent aufgebraucht haben. Ab diesem Zeitpunkt ist mit Kipppunkten zu rechnen. („Kipppunkte bezeichnen Entwicklungen, die an einem bestimmten Punkt auch durch beste Gegenmaßnahmen nicht mehr aufgehalten werden können.“ – aus: "Schrot & Korn" 09/2021)

Die Eisflächen am Nord- und Südpol, auf Grönland und den Gletschern schmelzen, wodurch die Sonne mangels weißer Flächen nicht mehr stark reflektiert wird. Das Eis schmilzt schneller. Die Arktis erwärmt sich mittlerweile dreimal so schnell wie der Rest der Erde. Der Meeresspiegel steigt.

Einige Wissenschaftler sehen diesen Kipppunkt schon überschritten. „Nach Fachjournal ‚The Cryosphere‘ hat die Erde zwischen 1994 und 2017 über 28 Billionen Tonnen Eis verloren […]. Man kann sich so eine Zahl schlecht vorstellen. Der ‚Spiegel‘ hat dafür einen Vergleich gefunden: Würde man ganz Großbritannien mit 28 Billionen Tonnen Eis bedecken, läge das Land unter einer hundert Meter dicken gefrorenen Schicht. […] Wer heute glaubt, wir könnten noch jahrzehntelang mit Verbrennungsmotoren herumfahren oder mit Kohle, Öl oder Gas heizen, der geht vermutlich auch davon aus, dass er an einem heißen Sommertag eine Eisbombe für die ganze Familie auf dem Fahrrad unbeschädigt durch die ganze Stadt transportieren kann.“ – Fred Grimm in "Schrot & Korn" 08/2021

Was bedeutet das für unser noch recht angenehmes Leben? Können wir weiter ruhigen Gewissens Freiheiten genießen wie: weite Flugreisen in den Urlaub machen, tonnenschwere Autos zum nächsten Bäcker chauffieren, energiesparende Maßnahmen am Haus aufschieben? – Die sorgenvolle Frage ist: Wie wird die Zukunft unserer Kinder und Enkel? Werden sie noch unsere Gestaltungsfreiheiten genießen können?

Klimabotschaft September 2021

Netzwerk: Klima <> Artenvielfalt <> Boden <> Wasser <> Wirtschaft

Unser Blick auf das eigene Wohlbefinden, die eigenen Interessen darf den Blick auf die Gemeinschaft, die Gesellschaft, das große Ganze, das globale Netzwerk nicht verstellen. Netzwerke „aufdröseln“ hilft, sie zu verstehen, z. B.:

  • Was hat das rapide Schmelzen des Grönlandeises mit unserem Wirtschaftssystem zu tun? – Immer mehr Wirtschafts-Wachstum produziert immer mehr CO2.
  • Was haben die fettarmen, eiweiß-, vitamin- und mineralstoffreichen Cashewkerne mit Wasserhaushalt und einer schlechten Klimabilanz zu tun? – Für den Anbau von 1kg Cashewkerne werden bis zu 13 000 l Wasser benötigt. Er steht somit in Konkurrenz zur Wasserversorgung der afrikani-schen oder südamerikanischen Bevölkerung. Es ist also auch ein soziales Problem. Für Verarbeitung und Handel legen Cashewkerne bis zu 25 000 Meilen über mehrere Kontinente zurück, ehe sie in unseren Geschäften ankommen.
  • Bei Waldbränden sterben nicht nur viele Tierarten, der CO2-Ausstoß ist enorm und erhöht den Klimaschaden.
  • In landwirtschaftlichen Monokulturen werden chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die ökologisch wertvolle Wildkräuter vernichten. Dem giftigen Sprühnebel fallen auch viele Insekten und Jungvögel zum Opfer. Außerdem belastet nicht genau bemessene chemische und Gülle-Düngung das Grundwasser und damit unser Trinkwasser.

Diese wenigen Beispiele machen klar: Wenn wir an einer Stelle in den Naturhaushalt eingreifen, hat das unmittelbar Auswirkungen auf andere Bereiche und schädigt letztlich unsere Lebensgrundlage. - Was bleibt uns also anderes übrig als die Gemeinschaftsaufgabe Arten-, Klima-, Wasser- und Boden-Schutz als unabdingbaren Menschenschutz und unsere Zukunftsversicherung zu begreifen. Die riesigen Waldbrände in den Hitzegebieten in einigen Mittelmeerländern, den USA und Russland, auch die verheerenden Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz dürfen uns nicht sprachlos machen und lähmen, sondern müssen unsere Anstrengungen für Klimaschutz verstärken … u. a. in Belm und Bund für Klimaschutz wählen.

Klimabotschaft August 2021

Klimaschutz ist Menschenschutz

Es wird viel geredet über sinnvolle, effektive und gerechte Klimaschutzmaßnahmen. Man ist gefangen in einem Wirrwarr rechtlicher Vorgaben sowie politischer, wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer (Lobby-)Interessen. Das Reden, Debattieren und Streiten um den richtigen Weg ist wichtig, leider gibt es aber immer noch zu wenig lösungsorientiertes Handeln, das der Notwendigkeit schneller, konsequenter Klimaschutz-Maßnahmen gerecht würde.

Ich fürchte, die bisher favorisierten technischen Maßnahmen wie E-Mobilität, mehr öffentlicher Verkehr (Bahn / Bus), Digitalisierung, und mehr erneuerbare Energien reichen dafür nicht aus. Die Zunahme der PKW-Zulassungen in 2021 steigt auf 48 Millionen, vom Verkehr verstopfte Innenstädte, Staus und Zunahme der Pendler-Fahrten und -Entfernungen lassen eine Verschärfung der Klimakrise befürchten. Die diesjährigen Hitzetage, Waldbrände, verheerende Überschwemmungen (aktuell, 16.7. bes. in NRW und Rheinland-Pfalz) sind Warnungen. (Heute, 8.7., werden für morgen in Spanien Temperaturen von 42 – 47°C vorhergesagt, um uns herum bis in den hohen Norden Europas Temperaturen über 30°C, Resultat: Mehr Hitze- als Corona-Tote).

Wenn viele Hauseigentümer Strom oder Wärme aus einer eigenen Solaranlage nutzen, mehr Menschen eine Windkraftanlage in ihrer Nähe akzeptieren würden, gegen Entschädigung durch finanzielle Beteiligung am Ertrag, wäre das ein großer Fortschritt für den Klimaschutz. Nach den Pandemie-Lockerungen nehmen Konsum und Flugreisen wieder zu. Klimaschutz kann aber nur gelingen, wenn wir die Klimakrise ernst nehmen und nach der Gewissheit handeln: Jede Maßnahme zum Klimaschutz ist eine Maßnahme für eine gute Zukunft für uns Menschen, ist also Menschenschutz. Noch können wir freiwillig und gewollt unseren Konsum begrenzen, unseren Lebensstil klimagerecht anpassen, um den Aufwärtstrend von CO2-Ausstoß und Erderwärmung aufzuhalten. Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird uns wohl diese Entwicklung dazu zwingen.

Es gilt, das zu verhindern. Es muss uns gemeinsam gelingen.

Klimabotschaft Juli 2021

Von Hirschhausen und das Klimaproblem, das eigentlich ein Menschenproblem ist

Eckart von Hirschhausen (als Moderator bekannter Medizi-ner, Autor und Komiker) engagiert sich u. a. bei ‚Scientists for Future‘ für den Klimaschutz. Seine Aussagen in ‚chrismon 5/21‘ sollten uns Ansporn für mehr Klimaschutz sein:

  • „Die Klimakrise ist menschengemacht. Deshalb können und müssen Menschen etwas ändern.“
  • „Auch wenn alle nur über Corona geredet haben: 2020 war wieder eines der wärmsten Jahre seit der Wetteraufzeichnung, wie 2018 und 2019. Der Wald steht schwarz und könnte schreien. Hitzetote, Allergien, tropische Mücken in Baden-Württemberg, West-Nil-Virus in Ostdeutschland, Dürre, Extremwetter. Wir sind die erste Generation, die die Wirkung der Klimakrise auch in Deutschland voll mitbekommt. Und die letzte, die etwas ändern kann.“
  • „Wir verbrauchen so viel, weil wir nicht wissen, was wir wirklich brauchen. Und für die Abkehr vom Hyperkonsum braucht es eine Vision, die attraktiver ist als das, was wir schon kennen. Diese visionäre Kraft im Glauben gilt es freizulegen und spürbar zu machen. Das ist kein „Verzicht“ und keine Diktatur, sondern Lebensqualität und körperliche und seelische Gesundheit.“
  • „Es braucht eine neue Ethik, eine neue Aufklärung, und viel-leicht ein neues Wort ‚Übernächstenliebe‘“.
  • „Heute, in einer vollen Welt, müssen wir statt Wachstum auf das Gleichgewicht achten, auf die Kipppunkte ohne Wiederkehr. Die Dringlichkeit ist vielen nicht bewusst. Keine Panik, aber Priorität. Gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde. Wir könnten es schön haben hier – um nicht zu sagen: den Himmel auf Erden.“

Dem ist nur hinzuzufügen: Bewahren wir gemeinsam unsere Lebensgrundlage, ‚die Schöpfung‘, für ein gutes Leben nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft.

Klimabotschaft Juni 2021

Klimaschutz - die Sonne hilft

Der April hat nur gut 50% der durchschnittlichen Regenmenge gebracht, so dass Schnee und Regen nicht in tiefere Bodenschichten gelangen und kein Grundwasser bilden konnten. (Das schafft auch der Mai-Regen nicht.) Noch bleibt die Frage: Wird das Jahr 2021 wieder so trocken? – Denn dann besteht die ernsthafte Sorgen, dass die Erträge unserer Landwirtschaft, also unsere Ernährungsgrundlage, wieder niedrig sind, dass wieder viele Bäume vertrocknen, dass der Klimawandel durch das fortschreitende Abschmelzen der Polkappen, Gletscher und Permafrostböden beschleunigt wird. Das ist alles bekannt, auch die Folgen für „Natur“, Menschen und … die Wirtschaft. Anlass genug, um schnell und konsequent Maßnahmen zur CO2-Reduzierung zu ergreifen. - Als ich heute bei Sonnenschein mit dem Rad durch die Gemeinde fuhr, sind mir wieder die vielen Dächer ohne Solaranlage aufgefallen. Photovoltaik (PV) und thermische Solarnutzung helfen doch, die Strom- und Wärmegewinnung aus fossilen Brennstoffen zu verringern, damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren und – für das ruhige Gewissen – die persönliche CO2-Bilanz zu verbessern. In der Corona-Zeit war Urlaub machen nicht möglich. Viele Menschen haben deshalb mit ihrem Urlaubsgeld ihre Wohnungen / Häuser renoviert. Eine besonders klimagerechte Maßnahme und sinnvolle Investition wäre, Haus-Isolierung und eine Solaranlage in Auftrag zu geben. Holen Sie ein Angebot ein. Sie werden sich wundern, dass die Preise für Solaranlagen in den letzten Jahren so stark gesunken sind, dass die Finanzierung sich rechnet. Es wäre unsinnig, die reichlich vorhandene Sonnenenergie nicht zu nutzen. Man kann mit der Installation von PV-Anlagen auch etwas gegen die „Verspargelung“ der Landschaft mit Windkraftanlagen tun.

Ich kann nur wiederholen: Unsere gemeinsame Anstrengung für Klimaschutz wird zum Erfolg führen. Abwarten verschärft dagegen das Problem und hätte fatale Folgen für unsere Zukunft.

Der Raum Osnabrück war 2019 deutlich wärmer als im Bundesdurchschnitt (NOZ 07.01.2020), eine Freude für Sonnenhungrige, eine Qual für alte und kranke Menschen, zusammen mit der Trockenheit (ca. 1/3 weniger Niederschlag als im jahrelangen Durchschnitt) bedrohlich für Pflanzen und Tiere. – Das sieht nicht nach einer Wende aus.

NOZ 07.01.2020: CO2-Ausstoß 2019 gegenüber 1990 um 35%, also stark gesunken. Leider gilt das nur für die Stromproduktion durch einen erfreulichen Rekordanteil aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse von 42,6 % am Gesamtverbrauch - neben der abgeschwächten Konjunktur. Die Emissionen aus Verkehr und Heizöl sind sogar weiter gestiegen. Da fragt man sich wie es wird, wenn die Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, der Ausbau von Windkraft weiter ausgebremst wird und Hauseigentümer und Mieter sich bei der Installation von Solaranlagen, Hausisolierungen und alle Bürger bei Energiesparmaßnahmen weiter so zurückhalten?

Wenn Siemens bis 2030 klimaneutral werden will und gleichzeitig am Betrieb einer der weltgrößten, der Adani-Carmichael-Kohlemine in Australien beteiligt ist, ist das aus Klimaschutzgründen unverantwortlich, denn das Verbrennen der Kohle erhöht die CO2-Emissionen beträchtlich. Außerdem schädigt der Transport das ohnehin schon gefährdete Great Barrier Riff. (https://taz.de/Australiens-Kohlemine-Adani/!5650287/) Sind die verheerenden Buschfeuer denn nicht eine ausreichend deutliche Warnung vor dem Klimawandel?

Die TOOM-Märkte unternehmen viele Anstrengungen zu mehr Klimaschutz, gut so. Gleichzeitig verkaufen sie aber schon im zweiten Winter Braunkohlebriketts. Braukohle ist Klimakiller Nr.1.

Alle Beispiele zeigen, dass die Wende im Klimawandel noch in weiter Ferne liegt. Klimagerechtes Bewusstsein muss noch geschärft werden. Vor allem fehlt auf allen Ebenen entschiedenes klimagerechtes Handeln.

Klimabotschaft Mai 2021

Natur-, Umwelt- und Klimaschutz verlangen anderes Denken

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie Ihre Lebenssituation betrachten? … an Sicherung des persönlichen Wohlstands? … welche Lebensmöglichkeiten uns die Zukunft bringen wird?

Ich halte es für unabdingbar, von der Zukunft aus zu denken, von der Möglichkeit einer unbewohnbaren Erde. Sicherheit und Wohlstand konnten sich doch erst unter Bedingungen entwickeln, die das Überleben der Menschheit langfristig gefährden: Die unverantwortlich hohe Ressourcennutzung bedroht unsere Gesundheit, unser Leben und viele natürliche Lebensräume: durch Umweltverschmutzung und Missachtung der Naturgesetze unserer Lebensgrundlage Erde. Es geht kein Weg daran vorbei: Wir müssen uns wieder als Teil der Natur verstehen, denn wir sind ihr „auf Gedeih und Verderb“ ausgeliefert. Sie ermöglicht unsere Ernährung, unsere Gesundheit, unser Überleben. Aber: Unser unverantwortliches, wenig vorausblickendes Denken und Handeln brachte uns erst in diese schwierige Situation von Umweltverschmutzung, Klimawandel und Corona. (Die Zahl der vielen bedauerlichen Corona-Toten sind weitaus niedriger als die Toten durch Mangelernährung und Hunger, auch eine Folge unseres egoistischen Wohlstandsdenkens.)

Statt CO2 zu reduzieren, werden mit hohem finanziellem Einsatz CO2-Bilanzen erstellt und wird zur CO2-Kompensation weltweit mit CO2-Zertifikaten gehandelt. „Das Hauptproblem der Klimaneutralität ist, dass Staaten oder Unternehmen mit ihr ein Instrument gefunden haben, mit dem sie Emissionen vor Ort nicht oder nicht relevant senken müssen, sondern sie durch eine vermeintliche Reduktion in anderen Ländern – meist im Globalen Süden – „neutralisieren“ können. (Eva Rechsteiner in: der Freitag 28.01.2021) Damit wird CO2 nicht wirklich, sondern nur bilanziell reduziert.

Ohne uns nach den ‚Spielregeln‘ der Natur zu richten, die die Ausbeutung von Ressourcen, Tieren und Menschen für ein Mehr an Profit verbieten, wird unser Leben nicht langfristig zu sichern sein. – Also umdenken und handeln!

Klimabotschaft April 2021

Corona – Und wie geht’s weiter mit dem Klimaschutz?

Nach den Corona-Einschränkungen in der gewohnten Lebensführung ist das Bedürfnis groß, dass wieder ‚Normalität‘ eintritt, wieder ein Cafébesuch, ein Friseurtermin, ein Einkaufsbummel, ein Urlaub möglich werden. Sehr verständlich, aber können wir uns das guten Gewissens leisten? Oft hört und liest man, dass es nicht so weitergehen darf wie vorher, wie aber dann?

Unsere Wirtschaft ist auf stetiges Wachstum ausgerichtet, mit dem Problem ebenfalls wachsenden Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen. Mittlerweile übersteigt die Masse der von Menschen hergestellten Dinge die Masse der Lebewesen (Biomasse), wobei die Warenproduktion zunimmt, während die Biomasse abnimmt (Bsp. Regenwaldrodungen. Insektensterben, Bodenversiegelung). Wöchentlich werden weltweit so viele Waren produziert, die etwa dem Körpergewicht jedes Weltbürgers entsprechen (NOZ 10.12.2020). Nicht selten sind das Waren von zweifelhaftem Nutzen (wie Einmalverpackungen) oder reparaturanfällig. Der Klimawandel verlangt jedoch nach bedarfsabhängigem, nicht profitorientiertem Wirtschaften und sehr überlegtem, verantwortungsvollem Kaufverhalten.

Wird Bereitschaft vorhanden sein, große Summen in Klimaschutz zu investieren, wie sie zum Abfedern der Corona-Folgen möglich sind? Greenpeace hat mit zwei Studien aufgezeigt, wie Homeoffice und der Wegfall von Subventionen dem Klimaschutz und der Staatskasse dienen, … wenn denn der politische Wille vorhanden wäre, das durchzusetzen.

Danach könnte „ein zusätzlicher Homeoffice-Tag in Deutschland 1,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen und die Verkehrsleistung des Pendel-Verkehrs um 10,9 Milliarden Personenkilometer reduzieren.“

Subventionen wie der Abbau der Energiesteuerbefreiung für Kerosin, der Energiesteuerbegünstigung für die Stromerzeugung und die Reduzierung der Strompreisausnahmen für die Industrie wären besonders klimawirksam und würden das „Staatssäckel“ für notwendige Konjunktur- und Investitionsmaßnahmen im Rahmen der Corona-Krise und gleichzeitig für Klimaschutzinvestitionen entlasten. – Also: Zukünftig für den Klimaschutz wählen gehen.

Klimabotschaft März 2021

Kinder – Zukunft - Klimawandel

„Wir müssen, so schnell wir können, die Kinder von den Smartphones und Bildschirmen weglocken und ihnen zeigen, was da draußen [in der Natur - d. Verf.] zu sehen ist. Denn sie sind die Naturschützer der Zukunft.“ (Tanja Busse in: Schrot & Korn 12/2020) - Kinder zu beobachten, wie sie hinter Libellen herlaufen, bunte Schmetterlinge bestaunen, vorsichtig eine Kröte in die Hand nehmen, um einen toten Vogel trauern, sich für das Treiben der Vögel am Futterhäuschen begeistern, einen Lauf-Parcour für Käfer bauen, macht Freude und schafft Zuversicht.

Für eine lebenswerte Zukunft unserer Jüngsten, die am längsten den Folgen unseres Klima- und Umwelt-Handelns ausgesetzt sein werden, können wir uns stark machen,

  • indem wir mit ihnen möglichst oft durch Wald, Wiesen, Felder in der Umgebung streifen und dort achtsam spielen, beobachten, bestimmen und sammeln – begreifen, verstehen. (Binsenweisheit: Ich kann nur schützen, was ich kenne.) - Dinge aus Naturmaterialien herstellen, fördert die Kreativität.
  • indem wir mit gutem Beispiel vorangehen und möglichst viele Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß machen (auch ein gutes Mittel gegen ‚Corona-Speck‘)
  • indem wir unsere ‚Lebenswelt‘ naturnah gestalten, dass viele verschiedene (Wild-) Pflanzen wachsen und blühen können, damit Insekten und andere Tiere Nahrung und Unterschlupf finden. Das Aufstellen von Insekten-‚Hotels‘ macht erst Sinn, wenn diese Nahrung finden. (Dringende Bitte: Auf Schotter und Rindenmulch verzichten, die Leben ersticken.)
  • indem Energie im Haus / in der Wohnung eingespart wird Viele Kinder bringen das schon aus den Kitas und Schulen in die Familien. Überlegen Sie gemeinsam, wo Strom und Wärme eingespart werden können.

Denn: Nach Angaben von Anke Vornhoff-Rickelt (NOZ 9.1.21) hatten wir im Mai 2020 global ein Restbudget an Treibhausgasen, das in gut 6 Jahren erschöpft sein wird und ein Klima-Kipppunkt erreicht sein könnte. – Es wird ernst!!!

Klimabotschaft Februar 2021

Klimawandel … lokales Handeln, globale Folgen

Wo kommen unsere Nahrungsmittel her und wie werden sie erzeugt? Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Bei Fleisch beträgt er ca. 115%, bei Getreide ca. 90%, bei Gemüse (ca. 35%) und Obst (ca. 22%) ist er sehr niedrig.

Was folgt daraus:
  • Die übermäßige Fleischproduktion aus Massentierhaltung belastet Umwelt und Grundwasser, bedroht im Preiskampf bäuerliche Familienbetriebe, erfordert klimaschädliche Transporte für Fleischexporte und Futtermittelimporte … und auch – unnötige – Fleischimporte, oft mit geringeren Umwelt- und Tierschutzstandards produziert als bei uns. – Die Infektion mit der Asiatischen Schweinepest ist haupt-sächlich für Großanlagen verheerend.
  • Für die Rindfleisch- und Sojaproduktion wird in Südame-rika immer noch großflächig klimawichtiger Regenwald ge-rodet und der Lebensraum von Indigenen vernichtet. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 ist der Selbstversorgungsgrad bei Getreide nach vielen Jahren über 100% erstmals auf 91% gesunken, zu begründen mit dem Dürrejahr 2018. Wie wir-ken sich wohl die Dürrejahre 2019 und 2020 aus?
  • Viel Gemüse und Obst muss eingeführt werden, um z. B. den Bedarf an Tomaten, Gurken, Paprika, exotischen und Südfrüchten ganzjährig zu decken. – Warum Tomaten und Gurken im Winter? Der Preis dafür ist: klimaschädliche Transporte, Pestizideinsatz (Im Obstanbaugebiet Südtirol hört man selten einen Singvogel, weil ihnen Insektennah-rung fehlt.) und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen (z. B. in Spanien für Migranten aus Afrika bei der Tomaten-produktion, was auch die niedrigen Preise erklärt)
  • Seit Corona wissen wir, dass die Gefahr von Seuchen größer wird, wenn die Lebensräume von Wildtieren und Menschen durch Naturzerstörung „zusammenrücken“. Also: Intakte Natur schützt vor Viren.

Naturnahen Nahrungsmittelanbau, ökologisch erzeugte, selbst zubereitete, regionale und saisonale Nahrungsmittel, geringer Fleischkonsum schützen auch das Klima.

Klimabotschaft Januar 2021

Klimaschutz und Hoffnung

Das neue Jahr beginnt in Sachen Klimaschutz hoffnungsvoll: Die Gemeinde bezieht für alle gemeindeeigenen Liegenschaften Ökostrom. Sie hat beschlossen, die Anstrengungen für den Klimaschutz zu verstärken. Ein Klimamanager soll die Klimaschutzmaßnahmen organisieren und auch für die gesteckten Ziele und die beschlossenen Maßnahmen in der Gemeinde werben. Ein Blick auf Wallenhorst mit seinen vielen Klimaschutz-Projekten und -Aktivitäten zeigt die Möglichkeiten auf, die auch Belm hätte.

Die vielen Fußgänger, Wanderer und Radfahrer seit Beginn der Coronapandemie machen Hoffnung. Wir machen die Erfahrung, dass Wege auch ohne Auto zu bewältigen sind, dass man sich auch bei einem Spaziergang, einer Wanderung vom Alltagsstress entspannen kann und … ist es nicht auch ein gutes Gefühl mit der CO2-Einsparung seinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?

Weiterhin habe ich die Hoffnung, dass wir als Belmer Bürger (m/w/d) der Gemeinde mit Mut zu unserer persönlichen Energiewende nacheifern. Der erste Schritt, falls noch nicht vollzogen, wäre das Beziehen von Öko-Strom und Öko-Gas, um so seine CO2- Bilanz in die Nähe des CO2-Ausstoßes zu bringen, der für die Erde / das Klima / unsere Zukunft vertretbar ist. Über die „Bürgerwerke“ (https://buergerwerke.de/) kann man regionalen Ökostrom vom n-werk Osnabrück und der Bissendorfer Energiegenossenschaft und sogar 100 Prozent Öko-Gas beziehen. Der Mehrpreis ist eine gute Investition in eine klimagerechte Zukunft. Der zweite Schritt wäre, mit einer eigenen oder gemieteten Photovoltaik (PV)-Anlage Strom und auch Wärme für den Eigenbedarf zu produzieren. Die Stadtwerke Osnabrück stehen im Wort u. a. mit SOLARkomplett, die Energiewende mit Öko-Strom für die Region Osnabrück voranzubringen.

Wenn Sie an Ihrem jetzigen Verbrenner-Auto hängen, fahren Sie es, bis es verschrottet werden kann, denn exportierte Gebrauchtwagen schädigen das Klima z. B. in Afrika weiter.
Auf ein Corona freies Klimaschutzjahr 2021.




Alle Klimabotschaften 2020

Hier finden Sie alle Klimabotschaften von Eberhard Eckert aus dem Jahr 2020:

Klimabotschaft Dezember 2020

Klimawandel – Rückschau 2020

Fragen wie diese beschäftigen uns im 2. Corona-Lockdown:

  • Können wir Weihnachten im Kreise unserer Familien sorglos feiern?
  • Wann können wir wieder ins Restaurant, Theater, Kino?
  • Nimmt uns die Lockdown-Organisiererei mit Home-Schooling und Homeoffice noch länger in Beschlag?

Die Corona-Pandemie macht es schwer, noch an den so dringlichen Klimaschutz zu denken. Aber da geschieht in der Gemeinde Erfreuliches: Viele Menschen haben das Fahrrad als angenehmes Fortbewegungsmittel (wieder-)entdeckt, gehen wieder in die Natur, erleben mit Homeoffice neue Arbeitsbedingungen. Alle Gemeinde-Liegenschaften erhalten Öko-Strom. Mehr Klimaschutz wird in der Gemeinde beschlossen und soll von einem Klimamanager organisiert werden. Das stimmt hoffnungsvoll und ist nachahmenswert, weiter so.

Nun sollten wir uns in der Advents- und Weihnachtszeit aber von Corona nicht zu sehr beeinträchtigen lassen: Machen wir uns eine gemütliche Zeit, aber auch besinnliche Gedanken zur eigenen Lebensführung, zur Lebensqualität. - Ist ungesunder Zeitstress zu vermeiden? Macht mich Konsum glücklich? Kann ich schöne Erlebnisse noch genießen?

Lebensqualität verbinden wir häufig mit Wohlstand (dem „Haben“) statt Wohlbefinden und Wohlergehen (das „Sein“) in den Vordergrund unseres Denkens und Handeln zu stellen.

Auch Klimaschutz kann - besonders langfristig - eine Quelle von Wohlbefinden und Lebensqualität sein, nicht nur für uns: Mit Klimagerechtigkeit hätten auch die Menschen im globalen Süden eine Chance, glimpflicher aus der Klimakrise herauszukommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen / Euch besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein gutes, klimagerechteres Jahr 2021.


Klimabotschaft November 2020

Klimaschutz – Konsum - Weihnachten

Vorweihnachtliche Freude schon im November? Hoffentlich verderben uns steigende Corona-Erkrankungen nicht die Freude am Fest. Auch dieses Jahr wird man wieder aus einem reichhaltigen Angebot an Adventsleckereien und Weihnachtsgeschenken wählen können – alles sehr verlockend.

„Die“ Wirtschaft wird wieder durch verführerische Werbung zu ungehemmtem materiellem Konsum verführen. – Aber, wo viel produziert wird, wird auch viel CO2 freigesetzt. Wie lange hält die Erde, unsere Lebensgrundlage, das noch aus? - Man hat herausgefunden, dass die Jahresdurchschnittstemperatur während der letzten Eiszeit (bis 10 000 Jahre v. Chr.) nur 6°C niedriger lag als heute. Wir müssen allein in den letzten 150 Jahren 1,2°C Wärmeanstieg verantworten. So sind die möglichen Folgen eines Temperaturanstiegs von mehr als 2°C bis 2050 (nach dem Pariser Klimaschutzabkommen) als böses Omen vorstellbar, allein schon, wenn wir die Zunahme der Extremwetterereignisse der letzten wenigen Jahre, besonders das dritte Dürrejahr in Folge erleben.

Ein paar Tipps für ein klimafreundliches Weihnachtsfest:

  • Gönnen Sie sich - und ihren Kindern - viel Zeit für schöne, spannende gemeinsame Aktivitäten: Spiele, Waldwanderungen, Leckeres kochen und fleischarm probieren.
  • Ein messbar klimaschützendes Geschenk wäre ein Ökostrom- und ein Ökogasvertrag. (https://buergerwerke.de/)
  • Installieren Sie ecosia statt google als Suchmaschine auf PC und Smartphone für Baumpflanzaktionen.
  • Oder ermitteln Sie Ihre persönliche / familiäre CO2-Bilanz (https://uba.co2-rechner.de/de_DE/) und überlegen Sie, wie Sie diese verbessern können. Ggf. können Sie das CO2 durch Finanzierung von Umwelt-, Klimaschutz- und Energieeffizienz-Initiativen überall auf der Welt z. B. mit https://www.atmosfair.de/de/ kompensieren und so Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

CO2-Einsparung ist an Weihnachten genauso wichtig wie sonst auch, denn: Klimaschutz ist zwar nicht alles, aber ohne Klimaschutz ist alles nichts.

Klimabotschaft Oktober 2020

Arten- und Klimaschutzschutz – einige Erfolge

Die Sorge um unser aller zukünftiges Wohlergehen hat mich veranlasst, den Klimawandel mit seinen Begleiterscheinun-gen: Dürren, Waldbrände, Stürme und Überflutungen dras-tisch zu beschreiben. Die Wiederholung von Mahnungen und Bitten um Einsatz für den Klimaschutz verlieren mit der Zeit wahrscheinlich ihre Wirkung auf Sie als Leser.

Deshalb sollen an dieser Stelle die mir bekannten Bemühun-gen von Belmerinnen und Belmern um Klima-, Umwelt- und Artenschutz gewürdigt werden:

  • Schulen und Kindergärten haben Projekte zum Klima-, Arten- und Umweltschutz gemacht. Kinder und Jugendli-che wissen nun, wie man Strom spart, richtig heizt und lüf-tet, wie man (Plastik-)Müll vermeidet. Eine Lehrerin der Johannes-Vinke-Oberschule z. B. führt eine Bienen-AG und hat Klimabotschafter ausgebildet.
  • Gemeinde und Privatpersonen säen Blühwiesen und -streifen an. Hier finden Bienen und andere Insekten Nah-rung. Ohne sie gäbe es kein Obst, wenige Gemüsesorten, kein Rapsöl und … es gäbe noch weniger Singvögel.
  • Im Repaircafé werden Elektrogeräte, Kleidungsstücke, Fahrräder und PCs repariert. Einkaufsbeutel, aus alten Hemden genäht, sollen Plastiktüten ersetzen. So wird nicht nur Geld für Neuanschaffungen gespart, sondern auch CO2 für die Herstellung neuer Waren vermieden.
  • Etliche Hausbesitzer erzeugen Strom und Wärme aus einer eigenen Solaranlage und verringern so die klimaschädliche Kohle-, Öl- und Gasverbrennung.
  • Viel mehr Menschen nutzen das Fahrrad, halten sich so fit und sparen klimaschädliche Autokilometer.
  • In Kirchen, Vereinen und vielen Haushalten wurde durch Umstellung auf LED-Lampen Strom gespart.
  • Regionale und Bio-Nahrungsmittel werden – besonders auch während der Corona-Krise - stärker nachgefragt.

Das sind erfreuliche und hoffnungsvolle Beispiele. Weiter so!

Gern veröffentliche ich auch Ihre Klima-, Arten- und Um-weltschutz-Aktivitäten. Schreiben Sie mir an klimabotschafter@belm.de. 
Infos gibt es auf der meiner Webseite www.belm.de/klimabotschafter

Klimabotschaft September 2020

Klimawandel … eine Schuldfrage?

Diese Dürre im August deprimiert mich. Wer trägt denn nun aber Schuld am immer schnelleren Klimawandel? Oft habe ich geschrieben, dass wir und jede/r Einzelne in den Industrieländern Verursacher des Klimawandels sind.

Grundsätzlich ist das nicht falsch, aber bei genauerer Betrachtung sind Menschen unterschiedlich stark an dem Schlamassel beteiligt: Menschen mit gehobener finanzieller Ausstattung konsumieren mehr (z.B. haben sie häufig größere, schwerere Autos, die bei Herstellung und Gebrauch mehr CO2 freisetzen). Sie fliegen mehr und weiter- geschäftlich und privat. Menschen in prekären Verhältnissen haben diese finanziellen Möglichkeiten nicht und leben deshalb schon klimafreundlicher. - Schuldzuweisungen sind aber nicht zielführend. Richtig wäre, in großer Eile Flugbenzin angemessen zu besteuern, auch Diesel nicht mehr zu subventionieren.

Ab 2021 soll der CO2-Ausstoß mit 25€/t bepreist werden. Die tatsächlichen Kosten zur Kompensation der Umwelt-/Klimaschäden beziffert das Umweltbundesamt aber mit 180 €/t CO2. Bei derzeit knapp 48 Mio. PKW wären das 8,5 Mrd. €. (Zugrunde gelegt ist der CO2-Ausstoß eines Diesel-PKW von 6 Liter Ver-brauch/100km und 10000 km Jahreslaufleistung = Mehrkos-ten pro PKW von 1500 €/Jahr.) Das sind beachtliche Kosten für den PKW-Halter. Allerdings könnte der Staat mit dem Geld die unbedingt notwendigen Investitionen in Klima- und Artenschutz, in die Förderung energiesparender Haussanie-rung und in Energieversorgung mit Sonnen- und Windenergie tätigen.

Wir sollten uns also entscheiden, was uns wichtiger ist: persönliche Freiheit, egoistischer Wohlstand oder Ver-antwortlichkeit für das Gemeinwohl mit intakten Ökosyste-men und einem Bremsen des Klimawandels … für eine lebenswerte Zukunft. Nehmen wir die Herausforderung an, Einschränkungen im Konsum und Energieverbrauch wie in der Corona-Krise hinzunehmen … nicht aus einem Schuldgefühl, sondern mit einem guten Gewissen.

Schaffen wir das?

Klimabotschaft August 2020

Klimaschutz dient dem Gemeinwohl

Oft liest man, dass die Corona-Krise eine „einmalige Gelegenheit“ für ein Umdenken in unserer Lebensführung und im Umgang mit dem Klimawandel sei. Ich beobachte aber auch den Wunsch vieler Mitmenschen, so weiterzumachen wie vor der Corona-Krise: Urlaub, (Grill-)Feste feiern, … Das ist ja nach der langen Enthaltsamkeit verständlich: Kurzarbeit vergessen, wieder Freunde treffen, … Die nachdenkliche, aber auch ängstliche Frage ist aber: Können wir uns diese frühere Normalität leisten? Ist es nicht besser, Wohlstandseinbußen hinzunehmen und dafür langfristig Existenzsicherheit zu haben, auch etwas gegen den drohenden Klimakollaps und für den Erhalt unserer Lebensgrundlage zu unternehmen?

Welche Werte sind uns künftig wichtig: Eigennutz / persönlicher Wohlstand oder das Gemeinwohl, also das Wohl aller Menschen und auch der Schutz unserer (Über-)Lebensgrundlage? Ich denke daran, dass die meisten Menschen meiner Großeltern- und Elterngeneration viel damit beschäftigt waren, ihre Grundbedürfnisse Essen, Wohnen und Kleidung zu befriedigen … und das mit erträglichem fossilem Energieeinsatz. In den 1950 Jahren waren noch 50 % des Einkommens für die Ernährung erforderlich. Heute sind es nur 10 %! Da kann viel Geld für energiereich produzierte Waren, für energiereich bereit gestellte Dienstleistungen und teure Urlaube eingesetzt werden. Aber ist das verantwortungsvoll, mit unserem Wohlstand 10 t CO2 pro Jahr und Person freizusetzen, wenn die Erde doch nur 2,4 t vertragen kann? Auch habe ich den Eindruck, wir sind heute bei allem Arbeits-, Konsum- und Freizeitstress nicht zufriedener als unsere Eltern und Großeltern. Was hindert uns also daran, die Corona-Krise für eine Besinnung auf das Wesentliche … und Energiesparende im Leben zu nutzen und damit viel für Gemeinwohl und Klimaschutz zu tun. Weniger Konsum entlastet ja auch den Geldbeutel.

Klimabotschaft Juli 2020

Klimawandel verlangt Denken in Wirkungszusammenhängen und … entsprechendes Handeln

Die Kriegs- und die erste Nachkriegsgeneration haben den Grundstock für den heutigen Wohlstand gelegt, sind aber auch entscheidend verantwortlich für Umweltverschmutzung und Klimawandel – teils aus Unwissenheit, teils aus Gefallen am erreichten Wohlstand, teils aus Überheblichkeit. Die Freude über das selbst erwirtschaftete Auto, Eigenheim, die Freiheit und die Mittel für Urlaubsfahrten war groß.

Aber: Schon früh, nach der ersten Ölkrise und dem Bericht des ‚Club of Rome‘ über die Grenzen des (Wirtschafts-)Wachstums 1972, hätten die Anzeichen für die heutige Situation wahr- und ernstgenommen werden müssen. Heute wis-sen wir, dass weggeworfene Kunststoffe die Meere verschmutzen und wir Mikroplastik in unserer Nahrung wiederfinden. Wir wissen, dass die immense Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen den Klimawandel antreibt. Wir wissen, dass Intensivlandwirtschaft zwar Nahrungsmittel billig hält, aber nicht gut für Landwirte, Boden, Trinkwasser, Artenvielfalt und Gesundheit ist. Das sich ankündigende dritte Dürrejahr in Folge lässt ahnen, wie bröcklig (auch nach Corona) unser Wohlstand ist. Ernten vertrocknen und der Trinkwasserverbrauch muss ggf. eingeschränkt werden. Unser zukünf-tiges Wohlergehen ist nicht gesichert.

Über viele Jahrzehnte hinweg haben wir uns überheblich über Naturgesetze hinweggesetzt und die Grenzen der natürlichen Regeneration immer weiter überschritten. Wir spüren die Wirkung unseres Tuns auf Natur, Umwelt und Klima. Wir nehmen diese Verantwortung an, wenn wir unseren Energie-hunger zügeln mit Verzicht auf Flugreisen, mit Rad- / ÖPNV- statt Auto-Nutzung, mit energetischer Haussanierung, mit selbst erzeugtem Strom aus Sonnenenergie usw.

Und so geht’s … den Klimawandel auszubremsen: Wetteifern Sie mit ihren Nachbarn, Freunden, Vereinsbrüdern und -schwestern um den größten Energiesparerfolg, den kleinsten CO2-Fußabdruck, die wenigsten Autokilometer, die meisten Fahrradkilometer.

Wichtig: Feiern Sie Erfolge gemeinsam, am besten mit einem saisonalen, regionalen Öko-Essen. … Klimaschutz kennt nur Gewinner.

Klimabotschaft Juni 2020

Corona und Klimawandel?

Was hat denn die Corona-Pandemie mit dem Klimawandel zu tun? Nun, sie hat ähnliche Ursachen wie der Klimawandel: Rund 70 Prozent der bisher bekannten Viren stammen aus dem Tierreich - und gingen erst später auf den Menschen über – so auch das Coronavirus. Ministerin Schulze erklärt die Ursache: Wir Menschen vernichten Lebensräume von Wildtieren für z. B. den Anbau von Soja und Ölpalmen oder für die Produktion von Rindfleisch in Südamerika. Damit rücken Wildtiere und Menschen immer näher zusammen. Auch werden dort für das Weltklima wichtige tropische Regenwälder als CO2-Senker vernichtet. "Es geht darum, den Wildtieren künftig den Platz und die vielfältigen Ökosysteme zu geben, die sie brauchen, damit Mensch und Tier einen gesunden Abstand zueinander halten können", so Schulze. Aber es gehe auch um nachhaltige Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft: "Dazu müssen wir natürlich auch in Deutschland beitragen, etwa über eine nachhaltige Agrarpolitik oder über nachhaltige globale Lieferketten."

Global vor allem auch deshalb, weil Deutschland viel importiert. Allein das, was wir an Palmöl oder Soja verbrauchen, würde 13 Prozent der Fläche in Deutschland bedecken. Diese Fläche wird aber in anderen Ländern u.a. für die eigene Nahrungsmittelproduktion benötigt. https://www.tagesschau.de/inland/corona-pandemien-naturschutz-101.html 

Wir können es drehen und wenden, in diesem riesigen Gefüge von globalen, natürlichen und von uns Menschen gemachten Netzwerken fallen uns unsere Umwelt- und Klimasünden immer wieder auf die Füße. Mittlerweile wiegen sie so schwer – wie jetzt die Corona-Pandemie, dass es auch langfristig richtig weh tun wird.

Die neuerliche Trockenheit mit der Aussicht auf neuerliche Ernteeinbußen muss uns um unsere sichere Ernährung bangen lassen. – Und wieder ist das Gebot der Stunde: vielfältige Maßnahmen für die Verlangsamung des Klimawandels zu ergreifen, jede/r auf allen Ebenen seines Wirkens.

Klimabotschaft Mai 2020

Klimaschutz mit Corona-Krisenerfahrungen?!

Während der Corona-Krise nehmen wir Einschränkungen mehr oder weniger gelassen hin, verabschieden uns – hoffentlich für nicht zu lange Zeit - von vielen Gewohnheiten. Menschen in den Gesundheits- und Pflegeberufen, im (Nahrungsmittel-)Transportwesen müssen allerdings besonders viel leisten. Andere haben begründete Existenzängste. Wieder andere machen die beruhigende Erfahrung, dass beruflicher Stress nachlässt, Sport an der frischen Luft, Essen selbst zuzubereiten wieder Spaß macht, dass Kinderbetreuung im Homeoffice möglich und schön, aber auch stressig sein kann, ja dass sogar der verdiente Urlaub klimafreundlicher in der eigenen Region gestaltet werden kann.

Wir gewöhnen uns in der Corona-Krise an Veränderungen. Veränderungen werden auch notwendig sein, bevor uns (sprichwörtlich) das Wasser wegen des steigenden Meeresspiegels bis zum Hals steht, Stürme unser Hab und Gut wegfegen, Überschwemmungen es wegspülen, Dürren die Ernten und Feuer die CO2-Senker Wälder und Moore vernichten. Aber das geht nur mit vereinten Kräften. Dazu Umweltexperte Rainer Grießhammer: „Gute Politik ist natürlich die Voraussetzung, aber reicht allein nicht aus. Bei Transformationen wie der Energiewende und wirksamem Klimaschutz muss es Veränderungen in mehreren gesellschaftlichen Bereichen geben – im Wertesystem, im Verhalten der Konsumenten, bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen und im Markt, ebenso bei den Infrastrukturen und der Technologieentwicklung. Das beeinflusst und verstärkt sich gegenseitig. Man muss also Verhalten und Verhältnisse ändern.
https://www.fr.de/wirtschaft/umweltexperte-klimaschutz-selbstbetrug-wird-immer-absurder-13514343.html

Nutzen wir die Corona-Krise, wie schon jetzt Einschränkungen im Wohlstand zu akzeptieren und konsequentes Klima schützendes Handeln einzuüben. Entscheiden wir uns für den verantwortungsvollen Umgang mit unserer so wertvollen Lebensgrundlage Erde.

Klimabotschaft April 2020

Der Wald und der Klimawandel

Wussten Sie, dass in einem Kubikmeter Holz eine Tonne CO2 gebunden sind? (www.holzgenial.at) – Wussten Sie, dass eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern ca. 3,5 t CO2 speichert und so viel Sauerstoff erzeugt, dass 3 Menschen davon atmen können? (https://www.wissen.de/wie-viel-co2-filtern-baeume-aus-der-luft). Um diese Leistung bei Verlust des Baumes sofort wieder verfügbar zu haben, müsste man ca. 2500 5-jährige Buchen neu pflanzen. Steht denn so viel Fläche überhaupt zur Verfügung? – Wohl nicht! – Ja …, die deutschen Wälder entlasten die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, 1/7 der Emissionen. (https://www.ndr.de/ratgeber/klimawandel/CO2-Speicher-Wie-wird-der-Wald-fit-fuer-den-Klimawandel,wald994.html)

Gedenken wir also der vielen Bäume, die durch Trockenheit, Borkenkäferbefall und Krankheiten im letzten Jahr abgestorben sind und gefällt werden mussten, allein am Schölerberg in Osnabrück 100 alte Buchen. Laut Internet-Recherche: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben bis zu 180.000 ha Wald in Deutschland beschädigt. … mehr als 13 Mio. Kubikmeter Fichtenholz sind dem Käfer zum Opfer gefallen … 2018 sind durch Stürme und Schädlinge rund 32,4 Millionen Kubikmeter Holz angefallen.

Trotz dieser ohnehin atemberaubend hohen Verluste für die CO2-Bilanz werden für Baumaßnahmen, an der Bahn in Belm, an Autobahnen, am Belmer Bach, beim Wintergehölzschnitt - nach meiner Meinung – übermäßig viele Gehölze beseitigt, … von der Regenwaldabholzung ganz zu schweigen, mit absehbaren Folgen für unser Klima und unsere Atemluft. Wer denkt denn außer an das Tierleid bei den verheerenden Waldbränden in Australien an die verlorengegangene CO2-Senkung? - All diese wertvollen CO2-Senker und Sauerstoffproduzenten fallen weg …und das bei weltweit steigendem CO2-Ausstoß.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bepflanzen Sie zum Ausgleich Ihre Gärten, begrünen Sie ihre Hauswände.

Jede grüne Pflanze, je größer desto besser, hilft den Klimawandel zu verlangsamen.

Klimabotschaft März 2020

Was hat Kleidung kaufen mit Klimaschutz zu tun?

Der Frühling naht. Bei vielen Menschen steigt das Bedürfnis, sich für wärmere Temperaturen neu einzukleiden. – Aber Augen auf beim Kleidungskauf! Bevor man sich von dem riesigen Angebot und der verlockenden Werbung „einwickeln“ lässt, ist es gut sich zu informieren über Qualität (Rohstoffe, Langlebigkeit) und Nachhaltigkeit (vom Rohstoff über die Fertigung, die Nutzung bis zur Entsorgung). Wichtig ist auch Fairness bei Herstellung und Handel.

Denken wir an die Ausbeutung in der Textilindustrie - nicht nur - zur Herstellung vor allem von Billigkleidung (http://www.sklaverei-in-mode.de/ ; https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ausbeutung+textilindustrie), an die Katastrophe in Bangladesh 2013 als eine neunstöckige Textilfabrik einstürzte, mit über Tausend Toten und über 2000 Verletzten.
Bedenken Sie, dass ein T-Shirt, das hier für 5 Euro verkauft wird, eine lange klimabelastende und kostspielige Reise hinter sich hat: Transport der Rohstoffe zur Fertigung in Billiglohnländer > Verarbeitung unter z. T. ausbeuterischen und umwelt- und menschenschädlichen Bedingungen > Transport nach Deutschland.

Mögliche Alternativen finden Sie zu …

Auch das noch: „20 bis 35 % des weltweit in den Meeren nachgewiesenen Mikroplastiks stammt aus synthetischer Kleidung.“ (www.schrotundkorn.de 1/2020 / Quelle: WWF Deutschland,2019)
2017 produzierten wir Deutschen 18,7 Millionen Tonnen häufig überflüssigen Verpackungsmüll, 226,5 kg pro Kopf. Der private Anteil beträgt 47 %. (Umweltbundesamt in: Schrot & Korn 1 /2020). Nur ein Teil wird wiederverwertet.
Also … Augen auf beim Kleidungskauf!

Klimabotschaft Februar 2020

Wende im Klimawandel?

Der Raum Osnabrück war 2019 deutlich wärmer als im Bundesdurchschnitt (NOZ 07.01.2020), eine Freude für Sonnenhungrige, eine Qual für alte und kranke Menschen, zusammen mit der Trockenheit (ca. 1/3 weniger Niederschlag als im jahrelangen Durchschnitt) bedrohlich für Pflanzen und Tiere. – Das sieht nicht nach einer Wende aus.

NOZ 07.01.2020: CO2-Ausstoß 2019 gegenüber 1990 um 35%, also stark gesunken. Leider gilt das nur für die Stromproduktion durch einen erfreulichen Rekordanteil aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse von 42,6 % am Gesamtverbrauch - neben der abgeschwächten Konjunktur. Die Emissionen aus Verkehr und Heizöl sind sogar weiter gestiegen. Da fragt man sich wie es wird, wenn die Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, der Ausbau von Windkraft weiter ausgebremst wird und Hauseigentümer und Mieter sich bei der Installation von Solaranlagen, Hausisolierungen und alle Bürger bei Energiesparmaßnahmen weiter so zurückhalten?

Wenn Siemens bis 2030 klimaneutral werden will und gleichzeitig am Betrieb einer der weltgrößten, der Adani-Carmichael-Kohlemine in Australien beteiligt ist, ist das aus Klimaschutzgründen unverantwortlich, denn das Verbrennen der Kohle erhöht die CO2-Emissionen beträchtlich. Außerdem schädigt der Transport das ohnehin schon gefährdete Great Barrier Riff. (https://taz.de/Australiens-Kohlemine-Adani/!5650287/) Sind die verheerenden Buschfeuer denn nicht eine ausreichend deutliche Warnung vor dem Klimawandel?

Die TOOM-Märkte unternehmen viele Anstrengungen zu mehr Klimaschutz, gut so. Gleichzeitig verkaufen sie aber schon im zweiten Winter Braunkohlebriketts. Braukohle ist Klimakiller Nr.1.
Alle Beispiele zeigen, dass die Wende im Klimawandel noch in weiter Ferne liegt. Klimagerechtes Bewusstsein muss noch geschärft werden. Vor allem fehlt auf allen Ebenen entschiedenes klimagerechtes Handeln.

Klimabotschaft Januar 2020

Klimaschutz – zu welchem Preis?

Nach schönen Weihnachtsfeiertagen und einer vergnüglichen Silvesterfeier blicken wir erwartungsvoll auf das Jahr 2020.
Werden wir unser komfortables Leben weiterhin sichern können? Werden wir gesund bleiben oder eine Krankheit überwinden? Werden wir von langen und heißen Trockenzeiten und auch von Stürmen und Überflutungen verschont bleiben. – Dass wir dafür etwas tun können, ist hinlänglich bekannt. Für das neue Jahr nehmen sich viele Menschen etwas vor, warum nicht auch zur Zukunftssicherung durch Klimaschutz beitragen?
Unser komfortables Leben verschlingt rasant knapper werdende Ressourcen, was immer mehr statt weniger klimaschädliches CO2 freisetzt. Die tatsächlichen, gesellschaftlichen Kosten für diesen Wohlstand sind häufig nicht in den Preisen abgebildet, die wir Verbraucher an der Kasse bezah-len. - Die Folgen des Klimawandels wie höhere Gesundheitskosten (z.B. Herzkreislaufprobleme durch Hitze) oder Schadenbeseitigung bei Sturm und Überflutungen, aber auch Umweltbelastungen und der Naturverbrauch müssen in die Preise einfließen, z. B.:

  • Wegen dieser Kosten für Umweltbelastungen müssten die Preise besonders für Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft bis zu 2 ½-mal höher sein. (Schrot & Korn 12/2019 / https://idw-online.de/de/news702414) Im Ökolandbau sind die Umweltkosten niedriger, besonders bei pflanzlichen Erzeugnissen. – Würden die Landwirte existenzsichernde Preise für ihre Produkte erhalten, könnten sie unbesorgter klimagerecht und weniger umweltbelastend produzieren.
  • U. a. wegen der hohen Gesundheitsfolgekosten durch Stickoxidemissionen hält das Umweltbundesamt eine Anhebung der Steuer auf Diesel um 70 Ct für angebracht.

Wenn wir die Folgekosten unseres klimaschädlichen Lebensstils nicht der (globalen) Allgemeinheit und unseren Kindern überlassen wollen, müssen wir Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Bepreisung akzeptieren?

11.12.2020 
Quelle: Klimabotschafter Eberhard Eckert