Aktuelle Radonmessungen in Niedersachsen
Ab dem 01.10.2025 für eine kostenlose Messung für Privathaushalte in Stadt und Landkreis Osnabrück bewerben!
Das Ziel der Messkampagne ist eine bessere Einschätzung der Radonsituation im niedersächsischen Landkreis Osnabrück einschließlich Stadt Osnabrück.
Bürgerinnen und Bürger haben dabei die Möglichkeit, mehr über die Radonkonzentrationen in Ihrem persönlichen Lebensumfeld zu erfahren: Im Rahmen dieser geplanten Messkampagne können Bürgerinnen und Bürger sich mit Ihrer Wohnung oder Ihrem Eigenheim für eine Teilnahme an diesen kostenfreien Messungen bewerben. Dabei sollten Aufenthaltsräume in Erd- oder Kellergeschossen im Fokus stehen.
Wer sich für die Teilnahme an dieser Messkampagne bewerben möchte, sollte sich auf der Webseite des „Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz“ (NLWKN) unter www.nlwkn.niedersachsen.de informieren. Ab dem 01.10.2025 gibt es dort die Möglichkeit der Online-Bewerbung.
An diesem Wochenende vom 29.08. bis 31.08.2025 ist der Niedersächsische Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit einem Messestand am "Tag der Niedersachsen" in Osnabrück vertreten. Dort werden auch Fragen rund um das Thema Radon und zur aktuellen Messkampagne beantwortet.
Kurzinformation zum Thema Radon und den Info-Flyer „Radonmessung“ gibt es aktuell auch auf der Webseite der Gemeinde Belm unter www.belm.de/radon.
Neben der Teilnahme an der Messkampagne des NLWKN besteht jederzeit die Möglichkeit, die entsprechenden Messgeräte direkt bei verschiedenen anerkannten Messstellen anzufordern. Die Kosten hierfür betragen etwa 30 - 50 Euro pro Messgerät inklusive Auswertung.
Schutz vor Radon
Welche Konzentration an Radon im Inneren eines Gebäudes vorliegt, lässt sich nicht anhand der Radonkarte bestimmen, da diese lediglich die Radonkonzentration in der Bodenluft in einem groben Raster darstellt. Die tatsächliche Radonkonzentration kann einerseits örtlich stark schwanken, andererseits spielt auch die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes eine wichtige Rolle. Aus diesen Gründen ist es immer sinnvoll, die Radonkonzentration in fraglichen Gebäuden durch eine Messung zu bestimmen.
Wie wird Radon gemessen?
Für die Messung der Radonkonzentration stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. In Innenräumen werden entweder passive Exposimeter zur Langzeitmessung oder aktive Messgeräte für Messungen über einen kurzen Zeitraum eingesetzt. Für die Messung der Bodenluft ist eine spezielle Sonde erforderlich.
Bei der passiven Radonmessung mit Kernspurdetektoren (Exposimetern) diffundiert die Raumluft in das Innere eines Detektors. Dort hinterlässt der radioaktive Zerfall des Radons Spuren, die nach Abschluss der Messung im Labor ausgewertet werden können. Auf diese Weise lässt sich ein Mittelwert der Radonaktivitätskonzentration über den Messzeitraum bestimmen. Aussagekräftige Messungen verlaufen in der Regel über einen Zeitraum von einem Jahr (mindestens einige Monate), da jahreszeitlich bedingte Konzentrationsschwankungen auftreten können. Geeignete Orte für die Messung sind häufig genutzte Räume in Keller- und Erdgeschossen, z. B. Wohn- und Schlafzimmer. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt eine Liste der Auswertestellen für Radonmessungen mit passiven Messgeräten in Deutschland zur Verfügung, die an jährlich stattfindenden Vergleichsmessungen teilnehmen und nachweislich die Anforderungen an die Qualitätssicherung erfüllen. Über diese Messlabore können auch privat Messgeräte bezogen werden.
Aktive Radonmessgeräte werden bevorzugt für Messungen über kurze Zeiträume eingesetzt. Häufigen Einsatz finden Messgeräte mit Verfahren, bei denen die durch einen Alpha-Zerfall hervorgerufenen Änderungen in einem elektrischen Feld detektiert werden (z. B. Ionisationskammer-Verfahren). Die Vorteile dieser Geräte liegen darin, dass sie ein direktes Ablesen der Messwerte ermöglichen und in der Lage sind, den Verlauf der Radonaktivitätskonzentration durch Messungen in bestimmten zeitlichen Intervallen (z. B. eine Messung jede 10 Minuten oder jede Stunde) über die Dauer der Messung aufzuzeichnen. Dadurch lassen sich beispielsweise Eintrittspfade des Radons ermitteln oder die Wirksamkeit durchgeführter Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration überprüfen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Messungen der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft, die bei einer Tiefe von einem Meter im Erdboden ermittelt wird. Die Bodenluft wird dafür über eine Sonde zu einem angeschlossenen Radonmessgerät gepumpt, das die jeweilige Konzentration in kurzen Intervallen bestimmt.
Welche Maßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration gibt es?
Je nachdem welche Konzentrationen durch die Messungen bestimmt wurden, kommen verschiedene Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration in Betracht. Dabei können schon einfache Maßnahmen sehr effektiv sein, wie zum Beispiel:
- Häufigeres Lüften
- Die Abdichtung von Rissen und Undichtigkeiten der erdberührenden Bereiche des Gebäudes
- Umnutzung der betroffenen Räume
- Das Abdichten der Übergänge zwischen dem Kellergeschoss und den übrigen Gebäudeteilen
Die Ermittlung der Eindringstellen des Radons gibt häufig Aufschluss darüber, welche Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration im Einzelfall sinnvoll sein können. Nach der Umsetzung geeigneter Maßnahmen sollte deren Wirksamkeit durch erneute Messungen überprüft werden.
Liegen sehr hohe Konzentrationen vor, bei denen einfache Maßnahmen keinen ausreichenden Effekt bewirken, sollten weitere technische Mittel in Betracht gezogen werden. Diese sollten entweder eine ausreichende Belüftung schaffen (aktive Lüftungsanlage) oder für eine Ableitung des Gases unterhalb des Gebäudes sorgen (Radonbrunnen oder Radondrainage).
Bei Neubauten sollte der Schutz vor Radon bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Bereits die Einhaltung der nach den anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz können den Zutritt von Radon aus dem Baugrund erheblich erschweren.
Radon in Niedersachsen
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das bei erhöhten Konzentrationen das Risiko von Lungenkrebserkrankungen steigern kann. Der NLWKN unterstützt das Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz bei der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen und trägt zur Information der Bürger zum Thema Radon in Niedersachsen bei.
Was ist Radon?
Bei Radon handelt es sich um ein natürlich vorkommendes, radioaktives Element. Seine Eigenschaft als Edelgas zeichnet aus, dass es farb-, geruch- und geschmacklos und somit für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar ist. Es entsteht durch die natürlichen Zerfallsreihen der in der Erdkruste vorkommenden Elemente Uran und Thorium. Das für den Strahlenschutz hauptsächlich relevante Radonisotop Radon-222 (wird allgemein als „Radon“ bezeichnet) besitzt eine physikalische Halbwertszeit von 3,82 Tagen, nach der es unter Aussendung eines Alphateilchens zerfällt. Die Folgeprodukte Polonium, Blei und Bismut weisen allesamt einen festen Aggregatzustand auf und sind mit Ausnahme der stabilen Endprodukte ebenfalls radioaktiv.
Wo kommt Radon in Niedersachsen vor?
Die Freisetzung des Radons aus der Erdoberfläche wird durch einen Diffusionstransport verursacht, der aufgrund eines starken Konzentrationsgefälles zwischen Erdboden und Luft entsteht. Je höher die Radonkonzentration in der Bodenluft sowie die Durchlässigkeit des Bodens sind, desto höher ist auch die örtliche Gefährdung durch Radon. Eine grobe Abschätzung der Gefahr durch Radon in verschiedenen Gegenden wird durch die vom Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlichte deutschlandweite Radonkarte ermöglicht, in der die Ergebnisse umfangreicher Bodenluftmessungen festgehalten wurden. In der Abbildung ist die Radonkarte für Niedersachsen dargestellt, die nur wenige Gebiete mit erhöhter Radonkonzentration in der Bodenluft zeigt.
Wie gelangt Radon in das Innere von Gebäuden?
Nach dem Austritt aus der Erdoberfläche erfolgt die Ausbreitung des Radons hauptsächlich durch Konvektion aufgrund unterschiedlicher Luftdruckverhältnisse. Die Wege des Radons in das Innere eines Gebäudes sind daher vielfältig, führen jedoch alle über die erdberührenden Teile, wie Kellerboden und Kellerwände. Durch Undichtigkeiten wie Risse im Mauerwerk oder in der Bodenplatte, Kabel- und Rohrdurchführungen oder ähnliches, dringt das Gas in das untere Geschoss eines Gebäudes ein und kann sich von dort aus verteilen. Dieser Vorgang wird begünstigt durch nach oben steigende warme Heizungsluft oder Lüftungen, die einen Unterdruck im Gebäude erzeugen. Weiterführende Informationen zum Thema Radon sind z. B. auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz/BfS (siehe Link in der Seitenspalte) zu finden.
Den Text mit Grafiken und Karten gibt es hier: Radon-Info auf Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz