Aktuelles vom Klimaschutzmanagement
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Hufeisen-Kommunen machen mit beim Klimathon
Klimaschutz wird oft groß gedacht, doch auch bereits mit kleineren Aktionen oder leichten Anpassungen im Alltag lässt sich eine Menge erreichen. Genau das ist die Idee hinter dem Projekt des Klimathons. Zum ersten Mal nehmen daran in diesem Jahr auch die sechs Hufeisen-Kommunen um Wallenhorst, Belm, Bissendorf, Georgsmarienhütte, Hagen a.T.W. und Hasbergen teil. Das Mitmachen ist kostenlos. Der Startschuss fällt am Montag, 16. März 2026.
Klimathon – der Begriff erinnert an die wohl bekannteste Distanz im Laufsport, dem Marathon. Das ist natürlich kein Zufall: Denn auch beim Klimathon handelt es sich in gewisser Weise um einen Wettbewerb mit dem Ziel, möglichst viel CO2 einzusparen. Allerdings muss dafür niemand seine Laufschuhe anziehen und auf die Laufbahn gehen, sondern der Wettbewerb wird komplett digital über eine App gesteuert.
Wer beim Klimathon mitmachen möchte, lädt sich die kostenfreie App „2zero Klimathon“ herunter und tritt der gemeinsamen Community der Hufeisen-Region bei. Nach der Berechnung des eigenen CO2-Fußabdrucks erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der App dann ab dem Start der Aktion am 16. März genau 42 Tage lang verschiedene Aufgaben oder Challenges, mit denen der eigene CO2-Fußabdruck reduziert werden kann. Dabei zeigt die App an, wie viel CO2 bei bestimmten Aktionen, Verhaltensweisen oder Aktivitäten anfällt, und wie sich Einsparungen erzielen lassen.
Die Aufgaben und Challenges sind dabei bewusst auf alltägliche Situationen gemünzt: Kräutertee statt Kaffee zu trinken, lieber den Bus zu nehmen als mit dem eigenen Auto zu fahren oder verstärkt auf Mülltrennung zu achten, sind dabei nur einige Beispiele. Unterteilt sind die Challenges in sechs unterschiedliche Kategorien wie Ernährung, Wohnen, Konsum oder Mobilität.
Mit dem Erledigen der Aufgaben oder Challenges werden Punkte gesammelt. Wer die meisten Punkte sammelt und damit am meisten CO2 einspart, kann sich auf tolle Gewinne freuen. Es ist möglich, als Einzelperson mitzumachen oder in einem Team – zum Beispiel als Schulklasse – anzutreten. Neben dem Fußabdruckrechner und dem Klimathon bietet die 2zero Klimaschutz-App für Kommunen auch noch spannende weitere Inhalte wie die „KlimaGoodNews“ oder aufschlussreiche Quizfragen. Auch deshalb lohnt es sich nach dem sechswöchigen Klimathon weiterhin, einen Blick in die App zu werfen. Ein Jahr lang stehen die Inhalte der App zur Verfügung.
Mit der Teilnahme am Klimathon will die Hufeisen-Region zeigen, dass Klimaschutz nicht kompliziert und auch nicht mit Verzicht verbunden sein muss. Jeder kann einen Teil dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren – und wenn es nur der etwas klimabewusstere Einkauf ist. Die Teilnahme am ersten Hufeisen-Klimathon ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es auch auf der offiziellen Hufeisen-Region-Klimathon-Webseite unter https://hufeisen-region.2zero.earth/.
Das Projekt wird durch das LEADER-Förderprogramm der Hufeisen-Region finanziell unterstützt.
Klimaschutzmanager Martin Flohre stellt sich vor
„Seit dem 01.10. bin ich als Klimaschutzmanager in der Gemeinde Belm tätig. Ich lebe gemeinsam mit meiner Frau, die gebürtig aus Belm kommt im Ort. Ursprünglich komme ich aus Gronau an der niederländischen Grenze und bin durch das Studium in Osnabrück in die Region gezogen. Nach einer beruflichen Station in Bad Oeynhausen freue ich mich, nun im Belmer Rathaus zu arbeiten.
Meine Hauptaufgabe wird zunächst vor allem in der Fortführung und Vertiefung des Klimaschutzkonzeptes liegen. Dabei möchte ich zukünftig verschiedene Themenschwerpunkte setzen, die für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel von hoher Bedeutung sind.
Ein Schwerpunkt soll die Mobilität in der Gemeinde sein. Dabei kann ich an meine vorherige Tätigkeit als Radverkehrs- und Mobilitätsbeauftragter anschließen. Gerade auf kurzen Strecken, wie dem Weg zum Bäcker, dem kleinen Einkauf oder dem Kindergarten- und Schulweg wird häufig das Auto genutzt, weil es vor der Haustür steht. Dabei sind diese Wege leicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen und die Nutzung eines Pkw sehr umweltschädlich. Daher setze ich mich für eine weitere Stärkung des Radverkehrs ein und möchte Anreize zur Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel bieten. Die Förderung des Radverkehrs soll bereits mit der Einbindung von Kindergarten- und Schulkindern als zukünftige Verkehrsteilnehmer erfolgen, sodass sie früh befähigt sind, ihre Wege im nahen Umfeld sicher und selbstbewusst zurückzulegen und die Anzahl der Elterntaxis vor den jeweiligen Einrichtungen reduziert wird.
Ein zweiter Schwerpunkt soll die energetische Sanierung des alten Ein- und Zweifamilienhausbestandes bei Eigentümer- oder Generationenwechsel sein. In allen Ortsteilen von Belm gibt es Häuser aus den 1960er- und 1970er Jahren und älter, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und mit einer energetischen Sanierung auf den aktuellen Standard gebracht werden können. Bei Häusern, die in den 1990er Jahren gebaut wurden steht oftmals in den nächsten Jahren der Austausch der alten Gaskessel an. Dabei ist es sinnvoll einen Ersatz in Kombination mit einer PV- oder Solarthermie-Anlage anzuschaffen oder komplett auf eine Wärmepumpe als Heizung umzusteigen. Hierzu gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten und verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten, über die ich informieren und an die richtigen Ansprechpartner weitervermitteln möchte.
Auch klimaangepasste Gärten haben eine hohe Bedeutung für das Mikroklima und die Kühlung des Hauses im Sommer. Hier möchte ich sensibilisieren und für insektenfreundliche Gärten mit klimaangepassten Stauden, Sträuchern und Bäumen werben, die auch mit den zunehmenden Wetterextremen klarkommen.
Erreichbar bin ich im Rathaus unter 05406 505-44 oder per E-Mail unter flohre@belm.de“.
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Das Integrierte Klimaschutzkonzept umsetzen
Klimaschutzmanagement in Belm und Bissendorf - eine Bilanz
Seit Februar 2022 arbeitete Mona Berstermann als Klimaschutzmanagerin an der Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes der beiden Gemeinden Belm und Bissendorf. In dem Konzept waren 23 Maßnahmen enthalten, die innerhalb von drei Jahren durchgeführt werden.
Was ist passiert?
In den beiden Gemeinden wurden die kommunalen Gebäude in Punkto Energiemanagement und Machbarkeit von PV-Anlagen überprüft und für z. B. die Planung von Neubaugebieten wurde die „Checkliste für Klimaschutz- und Klimafolgeanpassung in Planungs- und Entwicklungskonzepten“ als Hilfestellung erstellt.
Eine neu erstellte Broschüre zum Thema „Photovoltaik für Eigenheimbesitzer“ sowie die beiden Informationsveranstaltungen „Solarstrom vom eigenen Dach“ mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und „Energieeinsparmöglichkeiten in Wohnung und Haus“ mit der Verbraucherzentrale und der Caritas stießen auf großes Interesse bei den Bürgerinnen und Bürgern und Belm und Bissendorf.
Zunächst wurden alle Projekte aus dem Vorjahr weiter bearbeitet und vertieft. So gab es bis 2025 eine Ausschreibung für den Klimaschutzpreis geben und die Gemeinden beteiligten sich wieder am „STADTRADELN“.
2023 gab es weitere Veranstaltungen in Kooperation mit der DBU zum Thema „Energiewende im Eigenheim“. Bei diesen Veranstaltungen wurden die Themen Photovoltaik auf dem eigenen Dach, Erneuerbare Wärme und die Gebäudehülle behandelt.
Energiesparen
Gemeinsam durch die Energiekrise - Warum man jetzt Energie sparen sollte
Aufgrund der seit Juni 2022 bestehenden Kürzungen der Gaslieferungen aus Russland und des hohen Preisniveaus am Gasmarkt, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die zweite Stufe des Notfallplans Gas aktiviert.
Stufe 1: Frühwarnstufe (aktiviert 30. März 2022)
Stufe 2: Alarmstufe (aktiviert 23. Juni 2022)
Stufe 3: Notfallstufe
Die Lage ist angespannt, die Versorgungssicherheit ist aber noch gewährleistet. Sollten jedoch die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau (Anfang August lediglich 20 Prozent) verharren, ist ein Auffüllen der Speicher auf 95 Prozent bis November kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen leistbar.
Finanzielle Belastung - Jede gesparte Kilowattstunde Energie entlastet den Geldbeutel
Die Kosten für Strom und Gas steigen an und die finanzielle Belastung der Haushalte nimmt zu. Einsparungen sind somit nicht nur notwendig, um die Gasspeicher für den Winter füllen zu können, sondern für Privathaushalte vor allem auch deshalb wichtig, um die eigenen Kosten zu reduzieren.
- 29 Prozent des gesamten Energieverbrauches in Deutschland entfallen auf Privathaushalte.
- 67 Prozent des privaten Energieverbrauchs im Haushalt wird für die Wärmeerzeugung (Heizen und Warmwasser) benötigt.
Energiespar-Tipps
Energiespar-Tipp Nr. 1 – Duschen und Baden
- Besser Duschen statt Baden und dabei die Temperatur herunterdrehen (Richtwert 36°C)
- Kürzer Duschen (Richtwert 5 Minuten)
- Beim Einseifen das Wasser abstellen
- Falls noch nicht vorhanden: Anschaffung eines Sparduschkopfs
- Hände nur mit kälterem Wasser waschen. Seife entfernt Schmutz auch ohne warmes Wasser.
Energiespar-Tipp Nr. 2 – Kochen und Backen
- Umluftfunktion im Backofen nutzen. Einsparung gegenüber Ober-/Unterhitze: rund 20 Prozent.
- Vorheizen des Backofens ist häufig nicht nötig.
- Kochen mit Deckel auf dem Topf reduziert den Verbrauch um fast 50 Prozent.
- Die Topfgröße sollte dem Kochfeld entsprechen.
- Bei Elektroherden kann die Nachwärme genutzt werden. Fünf bis zehn Minuten vor Ende der Garzeit kann der Herd abgestellt werden.
- Für kleinere Wassermengen bis 1,5 Liter, ist das Erhitzen im Wasserkocher um etwa ein Drittel günstiger als auf dem Herd.
Energiespar-Tipp Nr. 3 – Wohnen und Arbeiten
- Abschaltbare Steckdosen stoppen die Standby-Kosten von TV und anderen Geräten.
- Notebook, PC, Monitor und Router: Energiesparmodus aktivieren und ganz ausschalten, sollten die Geräte nicht genutzt werden.
- Licht nur dann anschalten, wenn es wirklich benötigt wird. Auf Lichterketten oder Dekoleuchten sollte verzichtet werden.
- LED-Lampen statt klassischer Glühbirnen verwenden. Nach etwa einem Jahr lohnt sich die Investition bereits. Wichtig: Auch wenn LED-Lampen Energie einsparen, sollten nicht benötigte Lampen dennoch ausgeschaltet bleiben.
Energiespar-Tipp Nr. 4 – Großgeräte
- Geschirrspüler: Energiesparprogramme nutzen und nur anstellen, wenn das Gerät voll ist.
- Waschmaschine: Energiesparprogramme verwenden und die Trommel vollständig füllen. Generell bei niedrigeren Temperaturen waschen. Das 40°C-Programm spart im Vergleich zum 60°C-Programm rund 45 Prozent Strom.
- Kühlschrank: Kühltemperatur auf 7°C oder vergleichbare Einstellung erhöhen. Diese Temperatur ist ausreichend für die gekühlten Lebensmittel.
- Regelmäßiges Abtauen des Gefrierfachs. Dies sollte möglichst jährlich oder ab einer Eisschicht von 1 cm erledigt werden.
Bei längerer Abwesenheit (mehrere Tage oder Wochen) ist es sinnvoll Großgeräte abzuschalten bzw. den Stecker zu ziehen. Dazu zählen Fernseher, Monitore und Router, aber auch elektrische Warmwasser-Boiler.
Energiespar-Tipp Nr. 5 – Das Zuhause winterfest machen
- Fenster und Türen auf ihre Dichtigkeit überprüfen. Diese können mit Dichtungsbändern nachgebessert werden, was bis zu 10 Prozent Energie einsparen kann.
- Freiliegende Heizungsrohre und Heizkörpernischen dämmen, damit keine Wärme verloren geht.
- Durch einen Handwerksbetrieb Heizung und Gastherme warten und richtig einstellen lassen.
- Einen hydraulischen Abgleich vornehmen lassen. Durch einen Fachbetrieb wird überprüft, ob die Wärme gleichmäßig verteilt wird.
Diese und weitere Informationen sind unter www.niedersachsen.de/energiekrise abrufbar.
Tipps von der Verbraucherzentrale Niedersachsen
Darüber hinaus bietet auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/energieberatung unabhängige Informationen und Beratungen an – persönlich, per Telefon, per Video oder in Online-Vorträgen.
Kostenlose Beratung in der eigenen Wohnung durch die Caritas
Unabhängig und neutral ist auch der Stromspar-Check Osnabrück. Dieser bietet allen Haushalten mit geringem Einkommen in Stadt und Landkreis Osnabrück eine kostenlose Energie-Beratung an.
Die Stromsparhelfer, so nennen sich die Beraterinnen und Berater der Caritas, suchen vor Ort in den Haushalten nach Einsparmöglichkeiten und erstellen im Anschluss einen individuellen Energiesparplan zusammen. Die Haushalte erhalten zudem ein kostenloses Stromspar-Starterpaket, in dem u.a. LEDs, Wassersparduschköpfe und schaltbare Steckdosenleisten enthalten sind.
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Bezieher von ALG II, Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag, niedriger Rente und Einkommen unter der Pfändungsfreigrenze.
Anmeldungen zum Stromspar-Check und weitere Informationen unter www.caritas-dienstleistung.de/stromspar-check.