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Das Familien- und KinderServiceBüro informiert


Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen des Familien- und KinderServiceBüros der Gemeinde Belm

Hilfetelefon nach schwieriger Geburt gestartet

Ein Hilfetelefon nach schwieriger Geburt bietenab sofort die Vereine Mother Hood und ISPPM. Die Hotline ist erreichbar unter derRufnummer 0228 9295 9970. Beratungszeiten sind mitwochs von 12 bis 14 Uhr und donnerstags von 19 bis 21 Uhr. (www.hilfetelefon-schwierige-geburt.de).

Das telefonische Hilfsangebot richtet sich an alle Mütter, die über ihre Erfahrungen beider Geburt ihres Kindes sprechen möchten. Es hilf dabei, das Erlebte zu verarbeitenund kann der erste Schrit aus einer möglichen Krise sein, die mit der Geburt zusammenhängt.

„Frauen stoßen in ihrem Umfeld häufig auf Unverständnis, wenn sie von Problemen bei der Geburt erzählen“, berichtet Katharina Desery, Initatorin des Hilfetelefons und Mitglied im Vorstand bei Mother Hood. Der Elternverein setzt sich für eine bessere Geburtshilfe ein.

„Sprüche wie ‚Hauptsache, das Kind ist gesund‘ oder ‚Stell dich nicht so an, Geburten sind nun mal so‘, helfen Müttern nicht weiter, im Gegenteil. Einzig die Frau entscheidet,ob eine Geburt belastend war.“

Im Kreißsaal werden die Bedürfnisse der Frauen oft außer Acht gelassen. Für viele sind medizinische Eingriffe ohne Erklärung, mangelnde Begleitung durch Hebammen und Ärztinnen und Ärzten oder unerwartete Komplikatonen sehr problematisch.

„Eine schwierige Geburt kann die Familie sehr belasten“, weiß Paula Diederichs, Leiterin der SchreiBabyAmbulanz Berlin-Mitte. Sie ist Mit-Initatorin des Hilfetelefons und leitet das WIKK Institut, das Weiterbildungen zur Krisenbegleiterin für Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit anbietet. Während ihrer fünfundzwanzigjährigen Arbeit mit Familien erlebte Paula Diederichs immer wieder, wie schwierige Geburten zu Krisen bei Muter, Kind und der Familie führen.

Die Beraterinnen des Hilfetelefons sind ausgebildete Therapeutinnen oder Sexualpädagoginnen und erfahren im Umgang mit schwierigen Geburtserlebnissen. Sie sind alle Mitglied der Internatonal Society for Pre- and Perinatal Psychology and Medicine, ISPPM. Grundsätze der Beratung sind, der Anrufenden zuzuhören und sie dabei zu unterstützen, ihre Empfindungen zu benennen, einzuordnen und Wege aus der Krise zu finden.

Wenn gewünscht, helfen die Beraterinnen mit Informatonen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Therapieformen.

Zum Hintergrund:

Die Vereine Mother Hood und ISPPM schätzen, dass rund 20 bis 50 Prozent der Frauen die Geburt ihres Kindes als schwierig, belastend oder sogar traumatisch erleben.

Therapeutinnen wie Viresha J. Bloemeke oder Psychoanalytker wie Ludwig Janus oder Karl Heinz Brisch weisen schon länger auf den Zusammenhang zwischen einer schwierigen Geburtserfahrung und Folgen für Mutter, Kind und die Familie als Ganzes hin. Dazu zählen Bindungsstörungen, Ängstlichkeit im Umgang mit dem Kind, Angst vor einer weiteren Schwangerschaft sowie postpartale Depressionen bis hin zur postraumatischen Belastungsstörung. Kinder reagieren auf belastende Geburtserfahrungen beispielsweise mit dem sogenannten Schreibabysyndrom, Schlafproblemen sowie psychischen und motorischen Auffälligkeiten.

Über Mother Hood e. V.:

Bei Mother Hood e. V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Zu den Hauptforderungen von Mother Hood gehören unteranderem die Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine Hebamme und die Wahrung des Rechts auf die freie Wahl des Geburtsortes (www.mother-hood.de).

Über ISPPM e. V.:

Die Internatonal Society for Pre- and Perinatal Psychology and Medicine, ISPPM, beschäftigt sich mit der frühesten Phase der menschlichen Entwicklung, beginnend vor der Empfängnis bis nach der Geburt. Sie begreif diesen prä- und perinatalen Lebensabschnit als untrennbar verknüpft mit der Mutter und ihrer Umwelt.

In der ISPPM kommen zahlreiche Professionen zusammen, um auf der Grundlage authentischer wissenschaflicher Methoden die Bedeutung der prä- und perinatalen Erfahrungswelt zu ergründen und dieses Wissen in die Praxisfelder rund um Schwangerschaft, Geburt undTherapie umzusetzen sowie gesellschaftspolitsch Einfluss zu nehmen (www.isppm.de).

Newsletter Frühe Hilfen

Kinder, die sich bewegen, erobern die Welt

Auf vielen bunten Seiten ist auf Aufregung des Netzwerks der Frühen Hilfen Belm unter Federführung seiner Leiterin Barbara Weber eine Vielzahl von tollen Spielen für Kinder von 0 bis 3 Jahren zusammengetragen und in einer Bewegungsfibel veröffentlicht worden. Für die Einführung in das Thema konnte Weber dabei Prof. Dr. Renate Zimmer, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“ und Professorin für Sportwissenschaft, gewinnen. Zimmer stellte darüber hinaus sämtliche Bewegungsspiele für über einjährige Kinder aus ihren Büchern „Wilde Spiele zum Austoben“ und „Psychomotorik für Kinder unter drei Jahren“ zur Verfügung. Das Layout der Bewegungsfibel konnte die Gemeinde Belm mit freundlicher Unterstützung der Kinder-Bewegungsstadt Osnabrück (KiBS) nutzen.

Barbara Weber: „Durch diese unglaubliche Unterstützung entstand eine richtig gute Spielesammlung für die Kleinsten mit einer sehr ansprechenden Gestaltung“. Ein wesentliches Ziel des kleinen Büchleins ist, die Freude am Spiel und an der Bewegung zu entdecken und zu fördern. Die Bewegungsfibel ist zum Beispiel Anregung oder Hilfestellung etwa bei der Planung eines Kindergeburtstages. „Nur wenn Kinder sich bewegen, können sie sich die Welt erschließen, soziale Kontakte erfahren sowie eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten kennenlernen und auf diese Weise Selbstvertrauen entwickeln“, weiß Barbara Weber.

Die Fibel fand seit Erscheinen bereits so viel Anklang, dass auch andere Kommunen im Landkreis Osnabrück, etwa die Gemeinde Hasbergen, die Belmer Fibel angepasst auf ihre Gemeinden, übernommen haben.

Die Bewegungsfibel gibt es hier zum Herunterladen:

Seit 01.01.2018 neue Regelungen zum Mutterschutz

Im Jahr 2017 wurde das Mutterschutzrecht umfassend reformiert: Nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung gilt eine längere Schutzfrist; privat krankenversicherte Mütter sind finanziell besser abgesichert.
Zum 1. Januar 2018 traten noch weitere Änderungen in Kraft. Vor allem gilt das Mutterschutzgesetz nun für mehr Frauen als zuvor: Für Schülerinnen und Studentinnen gilt es, wenn sie ein Pflichtpraktikum absolvieren oder wenn ihre Ausbildungsstelle den Ort, die Zeit und den Ablauf der Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgibt. Auch Entwicklungshelferinnen, Frauen im Bundesfreiwilligendienst oder arbeitnehmerähnliche Selbstständige werden dann ausdrücklich durch das Mutterschutzgesetz geschützt. Die Regelungen zum Verbot zur Nacht- und Sonntagsarbeit werden branchenunabhängig gefasst. Für die Arbeit nach 20 Uhr bis 22 Uhr wird ein behördliches Genehmigungsverfahren eingeführt.
Die Regelungen zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen für schwangere und stillende Frauen werden klarer und verständlicher. Außerdem erarbeitet ein neuer Ausschuss für Mutterschutz praxisnahe Empfehlungen zur Umsetzung des Mutterschutzes.
Der Broschüre „Leitfaden zum Mutterschutzgesetz“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist im Eingangsbereich des Belmer Rathauses oder bei Barbara Weber, Zimmer 12, erhältlich.

Persönliche Informationen gibt es bei Alina Dammer, Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberaterin, jeweils mittwochs von 9:00 bis 12:00 Uhr und nach Absprache im Rathaus, Zimmer 14.