Sanierte Trinkwasserbrunnen wieder aktiv
Wasserverband Wittlage investiert am Belmer Wasserwerk 224.000 Euro
Zwei Trinkwasserbrunnen am Belmer Wasserwerk konnten jetzt nach einer umfassenden Vollsanierung wieder in Betrieb genommen werden. Zwei und vier Jahre waren die Brunnen vom Trinkwassernetz getrennt, die Baumaßnahmen zur so genannten Wiederertüchtigung haben rund ein Jahr gedauert. Der Austausch der Brunnenrohre, der gesamten Fördertechnik sowie an jedem Brunnen der Bau einer neuen „Brunnenstube“ veranschlagt der Wasserverband Wittlage mit insgesamt rund 224.000 Euro.
Rund zehn Jahre ist das Trinkwasser alt, das aus den beiden Brunnen „1“ und „4“ am Belmer Wasserwerk gefördert wird. Solange braucht Oberflächenwasser, bis es durch die unterschiedlichen Boden- und Gesteinsschichten in den förderfähigen Grundwasserbereich versickert ist. „Die beiden Brunnen aus den 1970er Jahren sind in die Jahre kommen“, erklärt Wasserwerker Ottmar Meyer vom Wasserverband Wittlage am Belmer Wasserwerk. „Die alten Holzrohre waren im oberen Brunnenbereich undicht, so dass oberflächennahes Grundwasser eindringen konnte“. Doch das genau ist gerade nicht gewünscht, denn oberflächennahes Wasser ist noch nicht ausreichend gefiltert.
Bei der Erneuerung der Brunnenrohre im vorherrschenden Kalkgestein musste zunächst eine Felsbohranlage mit einem Bohrdurchmesser von einem halben Meter eingesetzt werden. Anschließend erfolgte der Einbau einer Sperrverrohrung, der äußere Ringraum der Bohrung wurde mit einer Zement/Ton-Dämmung verfüllt, um auch eventuelle Setzungsrisse zu verschließen. Die neue Brunnenverrohrung besteht nun aus dickwandigen PVC-Rohren mit 25 Zentimetern Durchmesser. Gefiltert wird neuerdings mit einem Hochleistungsfilter aus Edelstahlwickeldraht - und zwar in Tiefen von 45 bis 60 Metern in Brunnen 1 und 28 bis 45 Meter in Brunnen 4. Gefördert wird das Rohwasser aus Tiefen von 40 Meter und 25 Meter. „Die gesamten Ausbautiefen der Brunnen sind bis über die Filterstrecken hinaus bei 62 und 48 Meter“, erklärt der technische Leiter beim Wasserverband Wittlage, Diplomingenieur Horst Kipp. „Nach erfolgreicher Fertigstellung und Prüfung der Brunnen werden jetzt aufgrund der wasserrechtlichen Bewilligung wieder aus Brunnen 1 jährlich etwa 48.000 Kubikmeter Trinkwasser, und aus Brunnen 4 rund 96.000 Kubikmeter frisches Trinkwasser zusätzlich bereitgestellt“, ergänzt Kipp, und weiter: „Beide Brunnen erfüllen auch ohne Mischung mit 36 mg/Liter und 44 mg/Liter die zulässigen Nitratgrenzwerte von 50 mg/Liter“.