Energiesparen
Gemeinsam durch die Energiekrise - Warum man jetzt Energie sparen sollte
Aufgrund der seit Juni 2022 bestehenden Kürzungen der Gaslieferungen aus Russland und des hohen Preisniveaus am Gasmarkt, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die zweite Stufe des Notfallplans Gas aktiviert.
Stufe 1: Frühwarnstufe (aktiviert 30. März 2022)
Stufe 2: Alarmstufe (aktiviert 23. Juni 2022)
Stufe 3: Notfallstufe
Die Lage ist angespannt, die Versorgungssicherheit ist aber noch gewährleistet. Sollten jedoch die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau (Anfang August lediglich 20 Prozent) verharren, ist ein Auffüllen der Speicher auf 95 Prozent bis November kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen leistbar.
Finanzielle Belastung - Jede gesparte Kilowattstunde Energie entlastet den Geldbeutel
Die Kosten für Strom und Gas steigen an und die finanzielle Belastung der Haushalte nimmt zu. Einsparungen sind somit nicht nur notwendig, um die Gasspeicher für den Winter füllen zu können, sondern für Privathaushalte vor allem auch deshalb wichtig, um die eigenen Kosten zu reduzieren.
- 29 Prozent des gesamten Energieverbrauches in Deutschland entfallen auf Privathaushalte.
- 67 Prozent des privaten Energieverbrauchs im Haushalt wird für die Wärmeerzeugung (Heizen und Warmwasser) benötigt.
Energiespar-Tipps
Energiespar-Tipp Nr. 1 – Duschen und Baden
- Besser Duschen statt Baden und dabei die Temperatur herunterdrehen (Richtwert 36°C)
- Kürzer Duschen (Richtwert 5 Minuten)
- Beim Einseifen das Wasser abstellen
- Falls noch nicht vorhanden: Anschaffung eines Sparduschkopfs
- Hände nur mit kälterem Wasser waschen. Seife entfernt Schmutz auch ohne warmes Wasser.
Energiespar-Tipp Nr. 2 – Kochen und Backen
- Umluftfunktion im Backofen nutzen. Einsparung gegenüber Ober-/Unterhitze: rund 20 Prozent.
- Vorheizen des Backofens ist häufig nicht nötig.
- Kochen mit Deckel auf dem Topf reduziert den Verbrauch um fast 50 Prozent.
- Die Topfgröße sollte dem Kochfeld entsprechen.
- Bei Elektroherden kann die Nachwärme genutzt werden. Fünf bis zehn Minuten vor Ende der Garzeit kann der Herd abgestellt werden.
- Für kleinere Wassermengen bis 1,5 Liter, ist das Erhitzen im Wasserkocher um etwa ein Drittel günstiger als auf dem Herd.
Energiespar-Tipp Nr. 3 – Wohnen und Arbeiten
- Abschaltbare Steckdosen stoppen die Standby-Kosten von TV und anderen Geräten.
- Notebook, PC, Monitor und Router: Energiesparmodus aktivieren und ganz ausschalten, sollten die Geräte nicht genutzt werden.
- Licht nur dann anschalten, wenn es wirklich benötigt wird. Auf Lichterketten oder Dekoleuchten sollte verzichtet werden.
- LED-Lampen statt klassischer Glühbirnen verwenden. Nach etwa einem Jahr lohnt sich die Investition bereits. Wichtig: Auch wenn LED-Lampen Energie einsparen, sollten nicht benötigte Lampen dennoch ausgeschaltet bleiben.
Energiespar-Tipp Nr. 4 – Großgeräte
- Geschirrspüler: Energiesparprogramme nutzen und nur anstellen, wenn das Gerät voll ist.
- Waschmaschine: Energiesparprogramme verwenden und die Trommel vollständig füllen. Generell bei niedrigeren Temperaturen waschen. Das 40°C-Programm spart im Vergleich zum 60°C-Programm rund 45 Prozent Strom.
- Kühlschrank: Kühltemperatur auf 7°C oder vergleichbare Einstellung erhöhen. Diese Temperatur ist ausreichend für die gekühlten Lebensmittel.
- Regelmäßiges Abtauen des Gefrierfachs. Dies sollte möglichst jährlich oder ab einer Eisschicht von 1 cm erledigt werden.
Bei längerer Abwesenheit (mehrere Tage oder Wochen) ist es sinnvoll Großgeräte abzuschalten bzw. den Stecker zu ziehen. Dazu zählen Fernseher, Monitore und Router, aber auch elektrische Warmwasser-Boiler.
Energiespar-Tipp Nr. 5 – Das Zuhause winterfest machen
- Fenster und Türen auf ihre Dichtigkeit überprüfen. Diese können mit Dichtungsbändern nachgebessert werden, was bis zu 10 Prozent Energie einsparen kann.
- Freiliegende Heizungsrohre und Heizkörpernischen dämmen, damit keine Wärme verloren geht.
- Durch einen Handwerksbetrieb Heizung und Gastherme warten und richtig einstellen lassen.
- Einen hydraulischen Abgleich vornehmen lassen. Durch einen Fachbetrieb wird überprüft, ob die Wärme gleichmäßig verteilt wird.
Diese und weitere Informationen sind unter www.niedersachsen.de/energiekrise abrufbar.
Tipps von der Verbraucherzentrale Niedersachsen
Darüber hinaus bietet auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/energieberatung unabhängige Informationen und Beratungen an – persönlich, per Telefon, per Video oder in Online-Vorträgen.
Kostenlose Beratung in der eigenen Wohnung durch die Caritas
Unabhängig und neutral ist auch der Stromspar-Check Osnabrück. Dieser bietet allen Haushalten mit geringem Einkommen in Stadt und Landkreis Osnabrück eine kostenlose Energie-Beratung an.
Die Stromsparhelfer, so nennen sich die Beraterinnen und Berater der Caritas, suchen vor Ort in den Haushalten nach Einsparmöglichkeiten und erstellen im Anschluss einen individuellen Energiesparplan zusammen. Die Haushalte erhalten zudem ein kostenloses Stromspar-Starterpaket, in dem u.a. LEDs, Wassersparduschköpfe und schaltbare Steckdosenleisten enthalten sind.
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Bezieher von ALG II, Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag, niedriger Rente und Einkommen unter der Pfändungsfreigrenze.
Anmeldungen zum Stromspar-Check und weitere Informationen unter www.caritas-dienstleistung.de/stromspar-check.