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Corona-Pandemie und häusliche Gewalt

Anlässlich der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID- 19 weist Barbara Weber, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Belm, darauf hin, dass bundesweit wie auch in Belm und der Stadt Osnabrück ein Wachstum der Fallzahlen über die häusliche Gewalt aktuell nicht festzustellen ist. Anders als in China, wo eine Verdreifachung der Anrufe wegen häuslicher Gewalt laut der Süddeutschen Zeitung gemeldet wurde. Expertinnen und Experten erwarten jedoch einen Anstieg der innerfamiliären Straftaten und gehen in diesem Zusammenhang von einem großen Dunkelfeld aus. Vermutlich ist es für betroffene Personen schwieriger geworden, unauffällig Hilfe zu holen, da sich der Täter oder ggf. die Täterin in häuslicher Gemeinschaft befindet und dieses Umfeld in der aktuellen Situation kaum verlassen kann.

Weber bittet die Belmer Bürgerinnen und Bürger, die Kenntnis von häuslicher Gewalt in ihrem Umfeld haben, nicht nur während der Corona-Pandemie um Zivilcourage und die Belmer Polizei unter Telefon 05406 807790 zu verständigen oder den Notruf 110 zu wählen.

Sie weist weiter auf Hilfs- und Beratungsangebote wie das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016), die "Nummer gegen Kummer" (116 111) für Kinder und Jugendliche und das Elterntelefon (0800 111 0550) hin.

Das bundesweite telefonische Hilfsangebot der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. bietet im Rahmen des Präventionsprojekts „Keine Gewalt– und Sexualstraftat begehen“ tatgeneigten Personen telefonische therapeutische Hilfestellungen an. Das Angebot ist kostenlos und kann anonym genutzt werden. Näheres unter: https://www.bevor-was-passiert.de

14.04.2020