Naturdenkmal Schwarzkreidegrube - Weltweit einzigartig in Vehrte
Sie ist oft unbeachtet, obwohl sie weltweit einzigartig ist. Das, was in einer unscheinbar anmutenden kleinen Grube neben einem Wanderweg unweit des Driehauser Weges in Vehrte beinahe verborgen liegt, ist die Schwarzkreidegrube. Und das, was es dort zu sehen und zu erfahren gibt, gibt es tatsächlich nirgendwo anders auf der Welt. Auch deshalb wurde die Schwarzkreidegrube als Naturdenkmal streng geschützt.
Obwohl - Schwarze Kreide gibt es dort gar nicht. Denn mit Kreide hat das tiefschwarze Gestein in Wirklichkeit nichts zu tun, die „Schwarzkreide“ ist ein Tongestein, das durch einen besonders hohen Gehalt an Kohlenstoff stark abfärbt. Es entstand in der Jura-Zeit, als diese Region von einem flachen Meer bedeckt war.
Bis Ende der 1960er Jahre wurde die dennoch sogenannte „Schwarze Kreide von Vehrte“ abgebaut und in erster Linie für die Farbproduktion genutzt. Getrocknet und zu Pulver gemahlen exportierte man sie unter anderem bis in die USA. Nach Ende des Abbaus wurde der Großteil der ehemaligen Grube weitgehend verfüllt. Erhalten und sichtbar ist nur noch die Westwand, wo die „Schwarze Kreide“ noch sichtbar ist.
1980 wurde diese Grube schließlich wegen ihrer Einzigartigkeit zum Naturdenkmal erklärt und war neben anderen Naturbesonderheiten auch mit dafür verantwortlich, dass der Naturpark TERRA.vita 2001 zum europäischen Geopark und 2015 zum weltweiten UNESCO-Geopark ernannt wurde.
In den vergangenen Jahren war die Tongrube allerdings fast vollständig zugewachsen. „Deshalb haben wir 2025 zusammen mit dem Bauhof der Gemeinde Belm und dem Landkreis Bäume gefällt und die Grube von Bewuchs befreit“, erklärt Dr. Tobias Fischer, Geologe beim Naturpark TERRA.vita.
Durch diese Geotoperweiterung ist das schwarze Gestein jetzt auf rund 40 Meter Länge wieder sichtbar. Zwei neue Infotafeln geben zudem neue Infos zur bergbaulichen Nutzung und zu den neuen Entstehungstheorien. „Die Schwarzkreide ist weltweit in dieser Form einzigartig und gibt uns Einblicke in dramatische Veränderungen in einem Ökosystem in der Erdgeschichte, die uns gut die heutigen Folgen des Klimawandels verständlich machen“, hebt Tobias Fischer die Bedeutung der Schwarzkreidegrube in Vehrte für die Erdgeschichte hervor.
Und weil das Gestein in Vehrte so besonders ist: Das schwarze Gestein ist ausdrücklich geschützt und darf nicht entnommen werden. In besonderen Fällen ist eine Genehmigung über die Naturschutzbehörde zu beantragen.