Die Deutschlandzentrale ist in Icker - Bürgermeisterbesuch bei Rendac
Regelmäßig besucht Bürgermeister Viktor Hermeler ortsansässige Firmen, um sich im persönlichen Gespräch mit den Unternehmern über die Arbeit der Betriebe zu informieren und über Wünsche und Perspektiven am Wirtschaftsstandort Belm zu reden. Bei seinem Besuch beim zweitgrößten Arbeitgeber in der Gemeinde Belm, Rendac in Icker, sprach er mit dem Geschäftsführer Alfred Horn über die Firmenhistorie, Mitarbeiterentwicklung, Aufgaben und Leistungsfähigkeiten des Traditionsbetriebs.
„Den Standort an der Engterstraße gibt es tatsächlich schon seit den 1930er Jahren. Es ist ein alter Unternehmensstandort mit gewachsenen Strukturen“, hebt Horn hervor.
Mittlerweile firmiert das Unternehmen unter Rendac Icker GmbH & Co.KG und gehört seit 2014 zum börsennotierten US-Konzern „Darling Ingredients“ mit Hauptsitz in Dallas/Texas. In Icker ist die Deutschlandzentrale für bundesweit etwa zwölf gleichartige Betriebe. 290 Mitarbeiter arbeiten in Icker in den verschiedensten Bereichen, von Produktion über Logistik und Transport bis zur Verwaltung. 170 davon sind ständig in Icker eingesetzt, dazu kommen die Außendienstmitarbeiter. „Etwa 80 bis 90 Prozent unserer Mitarbeiter kommen aus der Region. Und weil wir ein internationales Unternehmen sind, zieht es auch immer qualifizierte Mitarbeiter aus ganz Deutschland nach Icker“, unterstreicht der gebürtige Niederbayer Alfred Horn. Pro Jahrgang gibt es außerdem etwa fünf Auszubildende - drei kaufmännische Azubis und zwei gewerbliche Azubis.
Hauptaufgabe war und ist die Tierkörperverwertung, heute ist es eher ein recyceln in die verschiedensten Endprodukte. Die Tierkörperverwertung ist eine hoheitliche Aufgabe, die in Niedersachsen beim Landkreis angesiedelt ist und an Unternehmen übertragen wird. „Wir verwerten Tierkadaver aller Art und Schlachtnebenprodukte, die nicht für Lebensmittel verwertbar sind“, erklärt Horn. „Die Schlachtnebenprodukte werden in erster Linie zu Futter für Heimtiere oder Düngemittel weiterverarbeitet, sowie für technische Anwendungsbereiche.“ Sie gehören zur Kategorie 3 und werden auf einer eigenen Produktionslinie verarbeitet.
In die Kategorie 1 gehören hauptsächlich Tierkadaver, einschließlich Kadavern aus der Tierseuchenbekämpfung, wie jüngst der Geflügelpest. Sie dürfen nicht für Futter verarbeitet werden. Die Verwertung in Icker ist entgegen landläufiger Meinung zu keinem Zeitpunkt eine Verbrennung, sondern in hochtechnologischen Prozessen werden in verschiedenen Wertschöpfungsstufen u.a. Proteine und Fette getrennt. „Die Proteine werden als Brennstoff zum Beispiel von der Zementindustrie als Braunkohlersatz verwendet, die Fette werden bei der Herstellung von Biodiesel und künftig wahrscheinlich auch Flugzeugtreibstoff genutzt“, erklärt Horn.
Die bei den Prozessen erzeugte Energie wird größtenteils direkt im Betrieb wiederverwendet, die Abluft wird gereinigt und das anfallende Abwasser vor Ort so geklärt, dass es direkt eingeleitet werden kann. Alfred Horn: „Wir erzeugen im Verwertungsprozess also frische Luft, sauberes Wasser, Tiernahrung und Brennstoffe.“
Bürgermeister Viktor Hermeler, der erst im Frühjahr letzten Jahres zum symbolischen Spatenstich für zwei neue Produktionshallen bei Rendac war, zeigte sich beeindruckt über den hochtechnologischen Betrieb in Icker: „Es ist gut zu sehen, wie sich unser traditioneller Standort mit der Rendac Icker GmbH & Co.KG zukunftsfähig entwickelt und vielen Menschen aus Belm einen modernen und abwechslungsreichen Arbeitsplatz bietet“.