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Historisches aus und über Belm

Belm im Wandel der Zeit

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen in loser Folge eine Reihe an historischen Beiträgen über Belm vor. Hiermit möchten wir einen Eindruck davon vermitteln, wie sich früher das alltägliche Leben in Belm und in den ehemals selbstständigen Ortsteilen Haltern, Icker, Powe und Vehrte darstellte und was die Menschen hier damals bewegte. Gleichzeitig wollen wir anhand alter und neuerer Fotos aus unserem Bildarchiv veranschaulichen, wie sich das Aussehen dieser Orte im Lauf der Jahrzehnte verändert hat. In der Rubrik "Kalenderblatt" werden wir außerdem an besondere Ereignisse in der Vergangenheit unserer Gemeinde erinnern.

Die einzelnen Beiträge öffnen sich nach einem "Klick" auf die jeweiligen grauen Überschriften-Felder weiter unten auf der Seite.

Falls Sie Fragen oder Anmerkungen hierzu haben sollten, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung. 

Historisches Bildarchiv

Zur Ergänzung unseres historischen Bildarchivs suchen wir weitere alte Aufnahmen von Ereignissen, Veranstaltungen, Personengruppen, Siedlungen, Gebäuden, Landschaften etc. aus allen Belmer Ortsteilen.

Wenn Sie uns hierfür auch Ihre alten Fotos und Dias zur Verfügung stellen möchten, lassen Sie es uns bitte wissen. Wir freuen uns über jeden Zugang von Bildern. Sie brauchen sich nicht von Ihren Originalaufnahmen zu trennen, denn wir scannen Ihre Fotos ein und Sie erhalten diese anschließend unversehrt wieder von uns zurück.

Sprechen Sie uns in jedem Fall gerne an! Die Kontaktdaten finden Sie rechts in der Randspalte.

     


Gasthof "Zum goldenen Anker"

     

Im Jahr 1909 ließen Eduard Fraumann und seine Frau Johanne geborene Duling in der damaligen Gemeinde Vehrte unmittelbar am Belmer Bahnhof ein Gebäude errichten und eröffneten darin den Gasthof "Zum goldenen Anker" mit zunächst vier Fremdenzimmern. Eduard entstammte der alteingesessenen Gastwirtsfamilie Hahne-Noltkämper-Fraumann. Diese besaß etwa 150 Meter weiter nordöstlich an der Bremer Straße bereits seit 1830 eine Schankwirtschaft, die nach der Eröffnung des neuen Gasthofes nicht mehr weitergeführt wurde. Durch entsprechende Umbaumaßnahmen wurde das alte Gebäude zum Wohnhaus umfunktioniert und vermietet.

     

     

Außer dem Gasthof betrieben die beiden auch eine kleinere Landwirtschaft, so wie es früher für viele Wirtsleute auf dem Lande üblich und unverzichtbar war. Dazu kamen dann noch ein Laden für Kolonialwaren und Feldsämereien sowie eine Kohlenhandlung. Noch im selben Jahrzehnt erfolgte eine Umbenennung der Gaststätte in "Gasthof Eduard Fraumann".

         

     

Eduard und Johanne Fraumann übertrugen den gesamten Betrieb später ihrer Tochter Martha und deren Ehemann Heinrich Rolf, mit dem diese seit 1925 verheiratet war. Nach dem frühen Tod ihres Mannes führte Martha Rolf ab 1939 für ihren einzigen Sohn Fritz die Gastwirtschaft mit inzwischen acht Fremdenzimmern, den Laden, den Handel mit Kohlen und die Landwirtschaft über die Kriegsjahre hinweg weiter.

Im Jahr 1944 wurde der Vehrter Ortsteil Astrup im Südosten der Gemeinde nach Belm umgemeindet. Von dieser Umstrukturierung war auch der Gasthof Fraumann betroffen.

    

     

Nach dem Krieg erhielt Martha Rolf schließlich Unterstützung durch ihren Sohn Fritz. Schon bald gaben sie zunächst den Kolonialwarenladen auf, um dann ab 1949 den Gastronomiebetrieb Schritt für Schritt weiter auszubauen. Räumlichkeiten für kleinere Tagungen und Familienfeiern wurden eingerichtet. Die Gastwirtschaft, inzwischen umbenannt in "Gasthof-Restaurant Rolf-Fraumann", diente dem Reit- und Fahrverein Belm e. V. von 1901 viele Jahre als Vereinslokal. Auch die Jägerschaft traf sich hier und hielt regelmäßig Kurse für die Jagdscheinprüfung ab.

     

     

Fritz Rolf heiratete 1957 Hannelore Doé. Gemeinsam erweiterten sie den Hotel- und Restaurantbetrieb und passten ihn durch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen den Erfordernissen der Zeit an. Vor allem in den 1960er-Jahren quartierten sich auch namhafte Fußballmannschaften im verkehrsgünstig gelegenen "Hotel-Restaurant Rolf-Fraumann" ein. Die Gästebücher wiesen bekannte Namen von Uwe Seeler bis Franz Beckenbauer auf. Im Jahr 1963 wurde der bislang immer noch nebenher betriebene Kohlenhandel eingestellt.

     

     

Im Jahr 1981 konnte das Hotel insgesamt 30 Betten in sechzehn Einzel- und sieben Doppelzimmern aufweisen, davon die meisten mit Dusche, WC und Klimaanlage. Zu dieser Zeit wurde es überwiegend von Reisenden aufgesucht.

     

     

Das Restaurant war im Umkreis von Belm bekannt für den Mittags- und Abendtisch mit bürgerlich-gehobenem Essen, bei dem auch ausländische Spezialitäten nicht fehlten, und für schmackhafte Wildgerichte.

     

     

Nach dem Tod von Fritz Rolf wurde der Hotel- und Restaurantbetrieb allmählich aufgegeben. Im Jahr 1998 erwarb schließlich der Auktionator Frank Abromeit das gesamte Anwesen. Er richtete in den vormaligen Gasträumen Büros und Lager ein. An der Nordwestseite des Hauptgebäudes ließ er einen Auktionssaal anbauen. Im Außenbereich wurden Container für Waren aufgestellt. Größere Auktionsgüter wie z. B. auch Fahrzeuge aller Art fanden dort ebenfalls Platz.

     

     

Mit der Zeit verlagerte die Firma Abromeit ihre geschäftlichen Aktivitäten. Zuletzt dienten die Außenflächen und die Räumlichkeiten über Jahre hinweg hauptsächlich nur noch Abstell- und Lagerzwecken. In der Folge verwilderte das Grundstück und die Bausubstanz verkam in zunehmendem Maße.

Im Sommer 2016 beschloss der Belmer Bauausschuss, die Grundflächen an der Bremer Straße neben dem Belmer Bahnhof von der Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft (OLEG) im Auftrag der Gemeinde Belm für ein kleineres Gewerbegebiet erschließen zu lassen. In diesem Zug sollten dann auch die Gebäude des Auktionshauses Abromeit abgerissen und das Firmengelände geräumt und eingeebnet werden. Nach langem Hin und Her konnte dann Anfang 2021 schließlich eine Einigung mit dem bisherigen Eigentümer erzielt werden und im Mai des Jahres begannen die Abbrucharbeiten.

     

     

Die Abbrucharbeiten zogen sich über einen längeren Zeitraum hin. Im Februar 2022 wurden auch noch die letzten bislang verschont gebliebenen Bäume auf dem Gelände des zukünftigen Gewerbegebietes gefällt. Heute erinnert so gut wie nichts mehr an das eindrucksvolle Gebäude, welches 112 Jahre lang das Erscheinungsbild am östlichen Ortseingangsbereich von Belm geprägt hatte.

     

Kalenderblatt 14. Januar 1941

     

Mit einem Festakt wurde am Dienstag, den 14. Januar 1941 die neue Gemeinschaftsschule auf dem Buchenbrink in Belm eröffnet. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Belmer Konfessionsschulen zogen zusammen mit den Lehrkräften feierlich in das neu errichtete Schulgebäude ein. Fortan wurden hier Mädchen und Jungen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit erstmals unter einem Dach gemeinsam unterrichtet. 

     

     

Am 1. September 1941 besuchten insgesamt 335 Kinder die neue Schule in Belm. Darunter befanden sich auch 51 Gastschülerinnen und -schüler aus den Orten Gretesch, Haltern und Vehrte, welche nicht dem damaligen Gesamtschulverband Belm-Powe angehörten.

     

     

Bereits Anfang 1937 wurde seitens des Gesamtschulverbandes Belm-Powe die Notwendigkeit eines neuen Schulbaues festgestellt. Auf Veranlassung des Landrates kam es im Mai 1937 schließlich zu einer Begutachtung der Belmer Schulen durch den damaligen Baurat Lange. Dieser befand, dass die Gebäude insgesamt nicht mehr den Anforderungen der Zeit genügten und zum Teil auch erhebliche bauliche Mängel aufwiesen. Daraufhin fasste der Schulbeirat einstimmig den Beschluss, eine neue Schule zu errichten.

     

     

Nachdem die Finanzierungsfrage dieses Bauvorhabens geklärt war, beantragte Belms Bürgermeister Berger am 15. Mai 1938 durch Eingabe bei der Regierung den Bau der Gemeinschaftsschule.

Die Zeitung "Neue Volksblätter" in Osnabrück berichtete in der Ausgabe vom 9. September 1938 ausführlich über die damaligen Schulverhältnisse in Belm und über den geplanten Bau des neuen Schulgebäudes:

     

     

Im Jahr 1939 konnten dann die Bauarbeiten beginnen. Das Richtfest wurde am 17. Oktober 1940 gefeiert.

Genau 80 Jahre nach seiner Eröffnung hatte das Schulgebäude, welches im allgemeinen Sprachgebrauch wegen der Form seiner Grundfläche als der "Z-Bau" bekannt war, ausgedient und wurde schließlich in den Sommerferien des Jahres 2021 vollständig abgerissen.

An dessen Stelle entsteht bald ein Erweiterungsneubau der Oberschule Belm mit einer Nutzfläche von rund 1700 Quadratmetern. Baubeginn soll voraussichtlich im April/Mai 2022 sein und die Bauzeit ist mit etwa 18 Monaten veranschlagt.

     

     

     

Abschließend bliebe vielleicht noch anzumerken, dass die Gebäude der drei Vorgängerschulen, welche damals vom Z-Bau abgelöst worden waren, die Zeiten gut überdauert haben und heute immer noch im Belmer Ortsbild zu finden sind.

Aber hierzu dann zu einem späteren Zeitpunkt an anderer Stelle mehr ...