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Der Klimabotschafter

Klimabotschafter Eberhard Eckert © Gemeinde Belm/D. Meyer

Im Mai 2016 hat Bürgermeister Viktor Hermeler den damals 66-jährigen Belmer Eberhard Eckert zum ehrenamtlichen Klimabotschafter der Gemeinde Belm bestellt.

Für Fragen und Anregen zum Thema "Klimaschutz und -initiative in Belm" ist Eberhard Eckert unter

05406 7239

telefonisch erreichbar.

Die E-Mail-Adresse ist: klimabotschafter@belm.de

Meine Motivation
  • Die für mich bedrohliche Klimaveränderung mit Wettereskapaden hier, verheerenden Dürren, Stürmen und Überschwemmungen weltweit, besonders aber in Gegenden des globalen Südens. (Gerade der verheerende Waldbrand in Kanada in einer bisher nicht dagewesenen Dürre)
  • Das Eingeständnis, dass ich Mitverantwortung für den kaum noch aufzuhaltenden Klimawandel trage. Trotz meiner Bemühungen, umweltbewusst und klimagerecht zu handeln, hinterlasse ich einen ökologischen Fußabdruck, der 2,3 Erden bräuchte, wenn alle Menschen so leben wollten wie ich. Unsere CO2-Bilanz (2-Personen-Haushalt) ist mit 12,38 t/a um fast 9t/a unter dem deutschen Durchschnitt von 21,34 t/a (Bezugsjahr 2016) mittlerweile recht gut.
  • Das derzeitige ökonomische und politische Handeln- global, national und individuell lässt trotz aller Bekundungen und Verträge eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2°C nicht so schnell wie erforderlich erwarten.
  • Wird Belm einen gebührenden Beitrag zur Erreichung der Ziele des „Masterplan 100% Klimaschutz“ leisten?

Die Ausgangslage
  • Seit Beginn der Industrialisierung vor ca. 150 Jahren haben wir, vor allem in den Industrieländern, die in Jahrmillionen gebildeten fossilen Brennstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas weitgehend aufgebraucht. Leider hat das zur Folge, dass bei der Verbrennung klimaschädliche Gase, besonders CO2, das Klima soweit aufgeheizt hat und immer weiter aufheizt, dass ein Klimakollaps zu erwarten ist, wenn wir nicht schnell und konsequent gegensteuern.
  • Unser Wirtschaftssystem funktioniert durch Wirtschaftswachstum. Ein Wirtschaftswachstum von momentan erreichbaren 1,5% würde die Produktion innerhalb von 25 Jahren um 50% ansteigen lassen. (Wer soll das denn alles kaufen, ge- und verbrauchen?) Steigende Produktion verlangt aber einen noch höheren Energieeinsatz und setzt entsprechend viele klimawirksame Gase frei, was die Klimaerwärmung weiter antreibt.
  • Wir Bürger vor allem in den (reichen) Ländern des globalen Nordens haben uns an einen Wohlstand mit einem immensen Konsumniveau gewöhnt, den wir nicht missen wollen, der aber einen viel zu hohen Ausstoß an Klimagasen durch den verursachenden Energieverbrauch für Herstellung, Handel und Nutzung der Produkte, die Bereitstellung von Dienstleistungen, unser Wohnen und unsere Mobilität.

Erforderlich für die Begrenzung der Klimaerwärmung wäre demnach:
  • Eine rigorose Begrenzung unseres Konsums sowie die Nutzung regionaler und saisonaler Produkte, Begrenzung des Energieverbrauchs beim Wohnen und der Mobilität, also eine bedeutende Änderung unseres ressourcenverzehrenden , klimaschädlichen Lebensstils
  • Die Schaffung eines Wirtschaftssystems, das die natürlichen Ressourcen schont, Energie spart und nicht die Bewohnbarkeit unserer Planeten gefährdet.
  • Das Leben nach ethischen oder religiösen Werthaltungen gestalten:
    • • Ich darf der Natur nur so viel entnehmen, wie sie wieder neu erschaffen kann.
    • • Bewahrung der Schöpfung
    • • Es gibt kein Recht auf Verschmutzung des Planeten (sog. Verschmutzungsrechte sind unmoralisch.)
  • Ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass jede/r für sein / ihr klimawirksames Handeln persönlich Verantwortung übernimmt

Was ich tun kann:
  •  Zum Klimaschutz anregen – z. B. durch Wechsel zu einem Ökostromanbieter, Solaranlage von den Stadtwerken „mieten“, Möglichkeiten von Carsharing /Bürgerbus ausloten, nachbarschaftlichen Tausch / gemeinsame Nutzung von z. B. Gartengeräten, fleischfreie Tage, haltbare fair gehandelte Kleidung, reparieren statt neu kaufen Feld- / Wegraine nur einmal nach der Samenausbildung mähen, …
  • Für eine Verbreitung der Ziele klimagerechten Handelns möchte ich Partner in Gemeinderat und –verwaltung, Kirchengemeinden, in Betrieben, Vereinen, Parteien, anderen Institutionen (z. B. Seniorenbeirat), Mitbürger, finden und beteiligen.
  • … also ein Netzwerk ‚klimaverträgliches Handeln‘ aufbauen.
  • Ich will mein Wissen zum Klimaschutz weitergeben etwa in Info-Veranstaltungen (z.B. eine Bürgerversammlung zum Thema Klimaschutz).

Ein Ziel zu erreichen beginnt immer mit dem ersten Schritt:

Jede/r sollte zunächst seinen ökologischen Fußabdruck (z. B. http://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/) und seine / ihre persönliche CO2-Bilanz (z. B. http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/) ermitteln. … und staunen!

Hauptamtlicher Ansprechpartner im Belmer Rathaus für den Themenbereich "Energie und Umwelt" ist Fachbereichsleiter Uwe Harbig.


06.05.2019: Vortrag "Klimawandel und Klimaschutz" beim MontagsTreff des Belmer Seniorenbeirates:


Eberhard Eckert veröffentlicht jeden Monat neue "Klimabotschaften", die einerseits zum Nachdenken anregen, andererseits aber auch gute Tipps geben, was jeder Mitmensch für den Klimaschutz tun kann. (Ein Archiv mit den Klimabotschaften ab September 2016 ist in Arbeit)

Klimabotschaft April 2020

Der Wald und der Klimawandel

Wussten Sie, dass in einem Kubikmeter Holz eine Tonne CO2 gebunden sind? (www.holzgenial.at) – Wussten Sie, dass eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern ca. 3,5 t CO2 speichert und so viel Sauerstoff erzeugt, dass 3 Menschen davon atmen können? (https://www.wissen.de/wie-viel-co2-filtern-baeume-aus-der-luft). Um diese Leistung bei Verlust des Baumes sofort wieder verfügbar zu haben, müsste man ca. 2500 5-jährige Buchen neu pflanzen. Steht denn so viel Fläche überhaupt zur Verfügung? – Wohl nicht! – Ja …, die deutschen Wälder entlasten die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, 1/7 der Emissionen. (https://www.ndr.de/ratgeber/klimawandel/CO2-Speicher-Wie-wird-der-Wald-fit-fuer-den-Klimawandel,wald994.html)

Gedenken wir also der vielen Bäume, die durch Trockenheit, Borkenkäferbefall und Krankheiten im letzten Jahr abgestorben sind und gefällt werden mussten, allein am Schölerberg in Osnabrück 100 alte Buchen. Laut Internet-Recherche: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben bis zu 180.000 ha Wald in Deutschland beschädigt. … mehr als 13 Mio. Kubikmeter Fichtenholz sind dem Käfer zum Opfer gefallen … 2018 sind durch Stürme und Schädlinge rund 32,4 Millionen Kubikmeter Holz angefallen.

Trotz dieser ohnehin atemberaubend hohen Verluste für die CO2-Bilanz werden für Baumaßnahmen, an der Bahn in Belm, an Autobahnen, am Belmer Bach, beim Wintergehölzschnitt - nach meiner Meinung – übermäßig viele Gehölze beseitigt, … von der Regenwaldabholzung ganz zu schweigen, mit absehbaren Folgen für unser Klima und unsere Atemluft. Wer denkt denn außer an das Tierleid bei den verheerenden Waldbränden in Australien an die verlorengegangene CO2-Senkung? - All diese wertvollen CO2-Senker und Sauerstoffproduzenten fallen weg …und das bei weltweit steigendem CO2-Ausstoß.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bepflanzen Sie zum Ausgleich Ihre Gärten, begrünen Sie ihre Hauswände.

Jede grüne Pflanze, je größer desto besser, hilft den Klimawandel zu verlangsamen.

Klimabotschaft März 2020

Was hat Kleidung kaufen mit Klimaschutz zu tun?

Der Frühling naht. Bei vielen Menschen steigt das Bedürfnis, sich für wärmere Temperaturen neu einzukleiden. – Aber Augen auf beim Kleidungskauf! Bevor man sich von dem riesigen Angebot und der verlockenden Werbung „einwickeln“ lässt, ist es gut sich zu informieren über Qualität (Rohstoffe, Langlebigkeit) und Nachhaltigkeit (vom Rohstoff über die Fertigung, die Nutzung bis zur Entsorgung). Wichtig ist auch Fairness bei Herstellung und Handel.

Denken wir an die Ausbeutung in der Textilindustrie - nicht nur - zur Herstellung vor allem von Billigkleidung (http://www.sklaverei-in-mode.de/ ; https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ausbeutung+textilindustrie), an die Katastrophe in Bangladesh 2013 als eine neunstöckige Textilfabrik einstürzte, mit über Tausend Toten und über 2000 Verletzten.
Bedenken Sie, dass ein T-Shirt, das hier für 5 Euro verkauft wird, eine lange klimabelastende und kostspielige Reise hinter sich hat: Transport der Rohstoffe zur Fertigung in Billiglohnländer > Verarbeitung unter z. T. ausbeuterischen und umwelt- und menschenschädlichen Bedingungen > Transport nach Deutschland.

Mögliche Alternativen finden Sie zu …

Auch das noch: „20 bis 35 % des weltweit in den Meeren nachgewiesenen Mikroplastiks stammt aus synthetischer Kleidung.“ (www.schrotundkorn.de 1/2020 / Quelle: WWF Deutschland,2019)
2017 produzierten wir Deutschen 18,7 Millionen Tonnen häufig überflüssigen Verpackungsmüll, 226,5 kg pro Kopf. Der private Anteil beträgt 47 %. (Umweltbundesamt in: Schrot & Korn 1 /2020). Nur ein Teil wird wiederverwertet.
Also … Augen auf beim Kleidungskauf!

Klimabotschaft Februar 2020

Wende im Klimawandel?

Der Raum Osnabrück war 2019 deutlich wärmer als im Bundesdurchschnitt (NOZ 07.01.2020), eine Freude für Sonnenhungrige, eine Qual für alte und kranke Menschen, zusammen mit der Trockenheit (ca. 1/3 weniger Niederschlag als im jahrelangen Durchschnitt) bedrohlich für Pflanzen und Tiere. – Das sieht nicht nach einer Wende aus.

NOZ 07.01.2020: CO2-Ausstoß 2019 gegenüber 1990 um 35%, also stark gesunken. Leider gilt das nur für die Stromproduktion durch einen erfreulichen Rekordanteil aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse von 42,6 % am Gesamtverbrauch - neben der abgeschwächten Konjunktur. Die Emissionen aus Verkehr und Heizöl sind sogar weiter gestiegen. Da fragt man sich wie es wird, wenn die Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, der Ausbau von Windkraft weiter ausgebremst wird und Hauseigentümer und Mieter sich bei der Installation von Solaranlagen, Hausisolierungen und alle Bürger bei Energiesparmaßnahmen weiter so zurückhalten?

Wenn Siemens bis 2030 klimaneutral werden will und gleichzeitig am Betrieb einer der weltgrößten, der Adani-Carmichael-Kohlemine in Australien beteiligt ist, ist das aus Klimaschutzgründen unverantwortlich, denn das Verbrennen der Kohle erhöht die CO2-Emissionen beträchtlich. Außerdem schädigt der Transport das ohnehin schon gefährdete Great Barrier Riff. (https://taz.de/Australiens-Kohlemine-Adani/!5650287/) Sind die verheerenden Buschfeuer denn nicht eine ausreichend deutliche Warnung vor dem Klimawandel?

Die TOOM-Märkte unternehmen viele Anstrengungen zu mehr Klimaschutz, gut so. Gleichzeitig verkaufen sie aber schon im zweiten Winter Braunkohlebriketts. Braukohle ist Klimakiller Nr.1.
Alle Beispiele zeigen, dass die Wende im Klimawandel noch in weiter Ferne liegt. Klimagerechtes Bewusstsein muss noch geschärft werden. Vor allem fehlt auf allen Ebenen entschiedenes klimagerechtes Handeln.

Klimabotschaft Januar 2020

Klimaschutz – zu welchem Preis?

Nach schönen Weihnachtsfeiertagen und einer vergnüglichen Silvesterfeier blicken wir erwartungsvoll auf das Jahr 2020.
Werden wir unser komfortables Leben weiterhin sichern können? Werden wir gesund bleiben oder eine Krankheit überwinden? Werden wir von langen und heißen Trockenzeiten und auch von Stürmen und Überflutungen verschont bleiben. – Dass wir dafür etwas tun können, ist hinlänglich bekannt. Für das neue Jahr nehmen sich viele Menschen etwas vor, warum nicht auch zur Zukunftssicherung durch Klimaschutz beitragen?
Unser komfortables Leben verschlingt rasant knapper werdende Ressourcen, was immer mehr statt weniger klimaschädliches CO2 freisetzt. Die tatsächlichen, gesellschaftlichen Kosten für diesen Wohlstand sind häufig nicht in den Preisen abgebildet, die wir Verbraucher an der Kasse bezah-len. - Die Folgen des Klimawandels wie höhere Gesundheitskosten (z.B. Herzkreislaufprobleme durch Hitze) oder Schadenbeseitigung bei Sturm und Überflutungen, aber auch Umweltbelastungen und der Naturverbrauch müssen in die Preise einfließen, z. B.:

  • Wegen dieser Kosten für Umweltbelastungen müssten die Preise besonders für Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft bis zu 2 ½-mal höher sein. (Schrot & Korn 12/2019 / https://idw-online.de/de/news702414) Im Ökolandbau sind die Umweltkosten niedriger, besonders bei pflanzlichen Erzeugnissen. – Würden die Landwirte existenzsichernde Preise für ihre Produkte erhalten, könnten sie unbesorgter klimagerecht und weniger umweltbelastend produzieren.
  • U. a. wegen der hohen Gesundheitsfolgekosten durch Stickoxidemissionen hält das Umweltbundesamt eine Anhebung der Steuer auf Diesel um 70 Ct für angebracht.

Wenn wir die Folgekosten unseres klimaschädlichen Lebensstils nicht der (globalen) Allgemeinheit und unseren Kindern überlassen wollen, müssen wir Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Bepreisung akzeptieren?

Quelle: Klimabotschafter Eberhard Eckert