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Der Klimabotschafter

Klimabotschafter Eberhard Eckert © Gemeinde Belm/D. Meyer

Im Mai 2016 hat Bürgermeister Viktor Hermeler den damals 66-jährigen Belmer Eberhard Eckert zum ehrenamtlichen Klimabotschafter der Gemeinde Belm bestellt.

Für Fragen und Anregen zum Thema "Klimaschutz und -initiative in Belm" ist Eberhard Eckert unter

05406 7239

telefonisch erreichbar.

Die E-Mail-Adresse ist: klimabotschafter@belm.de

Meine Motivation
  • Die für mich bedrohliche Klimaveränderung mit Wettereskapaden hier, verheerenden Dürren, Stürmen und Überschwemmungen weltweit, besonders aber in Gegenden des globalen Südens. (Gerade der verheerende Waldbrand in Kanada in einer bisher nicht dagewesenen Dürre)
  • Das Eingeständnis, dass ich Mitverantwortung für den kaum noch aufzuhaltenden Klimawandel trage. Trotz meiner Bemühungen, umweltbewusst und klimagerecht zu handeln, hinterlasse ich einen ökologischen Fußabdruck, der 2,3 Erden bräuchte, wenn alle Menschen so leben wollten wie ich. Unsere CO2-Bilanz (2-Personen-Haushalt) ist mit 12,38 t/a um fast 9t/a unter dem deutschen Durchschnitt von 21,34 t/a (Bezugsjahr 2016) mittlerweile recht gut.
  • Das derzeitige ökonomische und politische Handeln- global, national und individuell lässt trotz aller Bekundungen und Verträge eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2°C nicht so schnell wie erforderlich erwarten.
  • Wird Belm einen gebührenden Beitrag zur Erreichung der Ziele des „Masterplan 100% Klimaschutz“ leisten?

Die Ausgangslage
  • Seit Beginn der Industrialisierung vor ca. 150 Jahren haben wir, vor allem in den Industrieländern, die in Jahrmillionen gebildeten fossilen Brennstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas weitgehend aufgebraucht. Leider hat das zur Folge, dass bei der Verbrennung klimaschädliche Gase, besonders CO2, das Klima soweit aufgeheizt hat und immer weiter aufheizt, dass ein Klimakollaps zu erwarten ist, wenn wir nicht schnell und konsequent gegensteuern.
  • Unser Wirtschaftssystem funktioniert durch Wirtschaftswachstum. Ein Wirtschaftswachstum von momentan erreichbaren 1,5% würde die Produktion innerhalb von 25 Jahren um 50% ansteigen lassen. (Wer soll das denn alles kaufen, ge- und verbrauchen?) Steigende Produktion verlangt aber einen noch höheren Energieeinsatz und setzt entsprechend viele klimawirksame Gase frei, was die Klimaerwärmung weiter antreibt.
  • Wir Bürger vor allem in den (reichen) Ländern des globalen Nordens haben uns an einen Wohlstand mit einem immensen Konsumniveau gewöhnt, den wir nicht missen wollen, der aber einen viel zu hohen Ausstoß an Klimagasen durch den verursachenden Energieverbrauch für Herstellung, Handel und Nutzung der Produkte, die Bereitstellung von Dienstleistungen, unser Wohnen und unsere Mobilität.

Erforderlich für die Begrenzung der Klimaerwärmung wäre demnach:
  • Eine rigorose Begrenzung unseres Konsums sowie die Nutzung regionaler und saisonaler Produkte, Begrenzung des Energieverbrauchs beim Wohnen und der Mobilität, also eine bedeutende Änderung unseres ressourcenverzehrenden , klimaschädlichen Lebensstils
  • Die Schaffung eines Wirtschaftssystems, das die natürlichen Ressourcen schont, Energie spart und nicht die Bewohnbarkeit unserer Planeten gefährdet.
  • Das Leben nach ethischen oder religiösen Werthaltungen gestalten:
    • • Ich darf der Natur nur so viel entnehmen, wie sie wieder neu erschaffen kann.
    • • Bewahrung der Schöpfung
    • • Es gibt kein Recht auf Verschmutzung des Planeten (sog. Verschmutzungsrechte sind unmoralisch.)
  • Ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass jede/r für sein / ihr klimawirksames Handeln persönlich Verantwortung übernimmt

Was ich tun kann:
  •  Zum Klimaschutz anregen – z. B. durch Wechsel zu einem Ökostromanbieter, Solaranlage von den Stadtwerken „mieten“, Möglichkeiten von Carsharing /Bürgerbus ausloten, nachbarschaftlichen Tausch / gemeinsame Nutzung von z. B. Gartengeräten, fleischfreie Tage, haltbare fair gehandelte Kleidung, reparieren statt neu kaufen Feld- / Wegraine nur einmal nach der Samenausbildung mähen, …
  • Für eine Verbreitung der Ziele klimagerechten Handelns möchte ich Partner in Gemeinderat und –verwaltung, Kirchengemeinden, in Betrieben, Vereinen, Parteien, anderen Institutionen (z. B. Seniorenbeirat), Mitbürger, finden und beteiligen.
  • … also ein Netzwerk ‚klimaverträgliches Handeln‘ aufbauen.
  • Ich will mein Wissen zum Klimaschutz weitergeben etwa in Info-Veranstaltungen (z.B. eine Bürgerversammlung zum Thema Klimaschutz).

Ein Ziel zu erreichen beginnt immer mit dem ersten Schritt:

Jede/r sollte zunächst seinen ökologischen Fußabdruck (z. B. http://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/) und seine / ihre persönliche CO2-Bilanz (z. B. http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/) ermitteln. … und staunen!

Hauptamtlicher Ansprechpartner im Belmer Rathaus für den Themenbereich "Energie und Umwelt" ist Fachbereichsleiter Uwe Harbig.


06.05.2019: Vortrag "Klimawandel und Klimaschutz" beim MontagsTreff des Belmer Seniorenbeirates:


"A33 Nord ist unzeitgemäß und eine Katastrophe für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz

Leserbrief von Klimabotschafter E. Eckert auf den Bericht in der Neuen OZ vom 26.10.20: "Das Für und Wider zur A33 Nord: Ein Rundgang in Icker und Rulle"

"Ich stütze Herrn Nordmanns Sicht. Wieder soll mit dem Bau der A33 Nord Natur-, Umwelt- und Klimaschutz für „die“ Wirtschaft, den „Wirtschaftsstandort Osnabrück“ (Argument Sartor) geopfert werden, Ökonomie schlägt Ökologie! Das hat schwer-wiegende Folgen: 75 ha Boden sollen versiegelt werden (= ca.100 Fußballplätze). Das Landschaftsbild würde auf einer Fläche von 228 ha beeinträchtigt (= ca. 300 Fußballfelder). Dazu kämen massive Eingriffe in Naturschutzgebiete, in Flora und Fauna. Bedrohte Arten würden noch massiver bedrängt. Die neue Ortsumgehung von Belm ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit brachialer Gewalt in den ‚Naturraum‘ eingegriffen wurde. Bemühungen um Arten, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, die sich auch Osnabrück auf die Fahnen geschrieben hat, würden ad absurdum ge-führt. Mehr Straßen erzeugen mehr Verkehr mit noch mehr Luftschadstoffen, das ist erwiesen. Wie wirkt da Auszeichnung als ‚Klimakommune 2020‘? Warum findet die Kritik von Dr. Jürgen Deiters, Professor für Wirtschaftsgeografie im Ruhestand an der Uni Osnabrück, an den Planungen kein Gehör? Nach dessen Analyse rechtfer-tigt ein geringes überregionales Verkehrsaufkommen (13000 Fahrzeuge) diese Au-tobahn nicht. Inzwischen muss auch bezweifelt werden, ob das Kosten-Nutzen-Verhältnis die A33 Nord noch den Vorgaben des BVWP entspricht. – Die Frage ist letztlich, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen, verschwenderisch mit Ressour-cen, autogerecht oder Klima und Natur schützend. Dringend notwendiger Klima-schutz erfordert entschiedenen Reduzierung des CO2-Ausstoßes … auch und be-sonders im Straßenverkehr".


Eberhard Eckert veröffentlicht jeden Monat neue "Klimabotschaften", die einerseits zum Nachdenken anregen, andererseits aber auch gute Tipps geben, was jeder Mitmensch für den Klimaschutz tun kann.

Klimabotschaft November 2020

Klimaschutz – Konsum - Weihnachten

Vorweihnachtliche Freude schon im November? Hoffentlich verderben uns steigende Corona-Erkrankungen nicht die Freude am Fest. Auch dieses Jahr wird man wieder aus einem reichhaltigen Angebot an Adventsleckereien und Weihnachtsgeschenken wählen können – alles sehr verlockend.

„Die“ Wirtschaft wird wieder durch verführerische Werbung zu ungehemmtem materiellem Konsum verführen. – Aber, wo viel produziert wird, wird auch viel CO2 freigesetzt. Wie lange hält die Erde, unsere Lebensgrundlage, das noch aus? - Man hat herausgefunden, dass die Jahresdurchschnittstemperatur während der letzten Eiszeit (bis 10 000 Jahre v. Chr.) nur 6°C niedriger lag als heute. Wir müssen allein in den letzten 150 Jahren 1,2°C Wärmeanstieg verantworten. So sind die möglichen Folgen eines Temperaturanstiegs von mehr als 2°C bis 2050 (nach dem Pariser Klimaschutzabkommen) als böses Omen vorstellbar, allein schon, wenn wir die Zunahme der Extremwetterereignisse der letzten wenigen Jahre, besonders das dritte Dürrejahr in Folge erleben.

Ein paar Tipps für ein klimafreundliches Weihnachtsfest:

  • Gönnen Sie sich - und ihren Kindern - viel Zeit für schöne, spannende gemeinsame Aktivitäten: Spiele, Waldwanderungen, Leckeres kochen und fleischarm probieren.
  • Ein messbar klimaschützendes Geschenk wäre ein Ökostrom- und ein Ökogasvertrag. (https://buergerwerke.de/)
  • Installieren Sie ecosia statt google als Suchmaschine auf PC und Smartphone für Baumpflanzaktionen.
  • Oder ermitteln Sie Ihre persönliche / familiäre CO2-Bilanz (https://uba.co2-rechner.de/de_DE/) und überlegen Sie, wie Sie diese verbessern können. Ggf. können Sie das CO2 durch Finanzierung von Umwelt-, Klimaschutz- und Energieeffizienz-Initiativen überall auf der Welt z. B. mit https://www.atmosfair.de/de/ kompensieren und so Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

CO2-Einsparung ist an Weihnachten genauso wichtig wie sonst auch, denn: Klimaschutz ist zwar nicht alles, aber ohne Klimaschutz ist alles nichts.

Klimabotschaft Oktober 2020

Arten- und Klimaschutzschutz – einige Erfolge

Die Sorge um unser aller zukünftiges Wohlergehen hat mich veranlasst, den Klimawandel mit seinen Begleiterscheinun-gen: Dürren, Waldbrände, Stürme und Überflutungen dras-tisch zu beschreiben. Die Wiederholung von Mahnungen und Bitten um Einsatz für den Klimaschutz verlieren mit der Zeit wahrscheinlich ihre Wirkung auf Sie als Leser.

Deshalb sollen an dieser Stelle die mir bekannten Bemühun-gen von Belmerinnen und Belmern um Klima-, Umwelt- und Artenschutz gewürdigt werden:

  • Schulen und Kindergärten haben Projekte zum Klima-, Arten- und Umweltschutz gemacht. Kinder und Jugendli-che wissen nun, wie man Strom spart, richtig heizt und lüf-tet, wie man (Plastik-)Müll vermeidet. Eine Lehrerin der Johannes-Vinke-Oberschule z. B. führt eine Bienen-AG und hat Klimabotschafter ausgebildet.
  • Gemeinde und Privatpersonen säen Blühwiesen und -streifen an. Hier finden Bienen und andere Insekten Nah-rung. Ohne sie gäbe es kein Obst, wenige Gemüsesorten, kein Rapsöl und … es gäbe noch weniger Singvögel.
  • Im Repaircafé werden Elektrogeräte, Kleidungsstücke, Fahrräder und PCs repariert. Einkaufsbeutel, aus alten Hemden genäht, sollen Plastiktüten ersetzen. So wird nicht nur Geld für Neuanschaffungen gespart, sondern auch CO2 für die Herstellung neuer Waren vermieden.
  • Etliche Hausbesitzer erzeugen Strom und Wärme aus einer eigenen Solaranlage und verringern so die klimaschädliche Kohle-, Öl- und Gasverbrennung.
  • Viel mehr Menschen nutzen das Fahrrad, halten sich so fit und sparen klimaschädliche Autokilometer.
  • In Kirchen, Vereinen und vielen Haushalten wurde durch Umstellung auf LED-Lampen Strom gespart.
  • Regionale und Bio-Nahrungsmittel werden – besonders auch während der Corona-Krise - stärker nachgefragt.

Das sind erfreuliche und hoffnungsvolle Beispiele. Weiter so!

Gern veröffentliche ich auch Ihre Klima-, Arten- und Um-weltschutz-Aktivitäten. Schreiben Sie mir an klimabotschafter@belm.de. 
Infos gibt es auf der meiner Webseite www.belm.de/klimabotschafter

Klimabotschaft September 2020

Klimawandel … eine Schuldfrage?

Diese Dürre im August deprimiert mich. Wer trägt denn nun aber Schuld am immer schnelleren Klimawandel? Oft habe ich geschrieben, dass wir und jede/r Einzelne in den Industrieländern Verursacher des Klimawandels sind.

Grundsätzlich ist das nicht falsch, aber bei genauerer Betrachtung sind Menschen unterschiedlich stark an dem Schlamassel beteiligt: Menschen mit gehobener finanzieller Ausstattung konsumieren mehr (z.B. haben sie häufig größere, schwerere Autos, die bei Herstellung und Gebrauch mehr CO2 freisetzen). Sie fliegen mehr und weiter- geschäftlich und privat. Menschen in prekären Verhältnissen haben diese finanziellen Möglichkeiten nicht und leben deshalb schon klimafreundlicher. - Schuldzuweisungen sind aber nicht zielführend. Richtig wäre, in großer Eile Flugbenzin angemessen zu besteuern, auch Diesel nicht mehr zu subventionieren.

Ab 2021 soll der CO2-Ausstoß mit 25€/t bepreist werden. Die tatsächlichen Kosten zur Kompensation der Umwelt-/Klimaschäden beziffert das Umweltbundesamt aber mit 180 €/t CO2. Bei derzeit knapp 48 Mio. PKW wären das 8,5 Mrd. €. (Zugrunde gelegt ist der CO2-Ausstoß eines Diesel-PKW von 6 Liter Ver-brauch/100km und 10000 km Jahreslaufleistung = Mehrkos-ten pro PKW von 1500 €/Jahr.) Das sind beachtliche Kosten für den PKW-Halter. Allerdings könnte der Staat mit dem Geld die unbedingt notwendigen Investitionen in Klima- und Artenschutz, in die Förderung energiesparender Haussanie-rung und in Energieversorgung mit Sonnen- und Windenergie tätigen.

Wir sollten uns also entscheiden, was uns wichtiger ist: persönliche Freiheit, egoistischer Wohlstand oder Ver-antwortlichkeit für das Gemeinwohl mit intakten Ökosyste-men und einem Bremsen des Klimawandels … für eine lebenswerte Zukunft. Nehmen wir die Herausforderung an, Einschränkungen im Konsum und Energieverbrauch wie in der Corona-Krise hinzunehmen … nicht aus einem Schuldgefühl, sondern mit einem guten Gewissen.

Schaffen wir das?

Klimabotschaft August 2020

Klimaschutz dient dem Gemeinwohl

Oft liest man, dass die Corona-Krise eine „einmalige Gelegenheit“ für ein Umdenken in unserer Lebensführung und im Umgang mit dem Klimawandel sei. Ich beobachte aber auch den Wunsch vieler Mitmenschen, so weiterzumachen wie vor der Corona-Krise: Urlaub, (Grill-)Feste feiern, … Das ist ja nach der langen Enthaltsamkeit verständlich: Kurzarbeit vergessen, wieder Freunde treffen, … Die nachdenkliche, aber auch ängstliche Frage ist aber: Können wir uns diese frühere Normalität leisten? Ist es nicht besser, Wohlstandseinbußen hinzunehmen und dafür langfristig Existenzsicherheit zu haben, auch etwas gegen den drohenden Klimakollaps und für den Erhalt unserer Lebensgrundlage zu unternehmen?

Welche Werte sind uns künftig wichtig: Eigennutz / persönlicher Wohlstand oder das Gemeinwohl, also das Wohl aller Menschen und auch der Schutz unserer (Über-)Lebensgrundlage? Ich denke daran, dass die meisten Menschen meiner Großeltern- und Elterngeneration viel damit beschäftigt waren, ihre Grundbedürfnisse Essen, Wohnen und Kleidung zu befriedigen … und das mit erträglichem fossilem Energieeinsatz. In den 1950 Jahren waren noch 50 % des Einkommens für die Ernährung erforderlich. Heute sind es nur 10 %! Da kann viel Geld für energiereich produzierte Waren, für energiereich bereit gestellte Dienstleistungen und teure Urlaube eingesetzt werden. Aber ist das verantwortungsvoll, mit unserem Wohlstand 10 t CO2 pro Jahr und Person freizusetzen, wenn die Erde doch nur 2,4 t vertragen kann? Auch habe ich den Eindruck, wir sind heute bei allem Arbeits-, Konsum- und Freizeitstress nicht zufriedener als unsere Eltern und Großeltern. Was hindert uns also daran, die Corona-Krise für eine Besinnung auf das Wesentliche … und Energiesparende im Leben zu nutzen und damit viel für Gemeinwohl und Klimaschutz zu tun. Weniger Konsum entlastet ja auch den Geldbeutel.

Klimabotschaft Juli 2020

Klimawandel verlangt Denken in Wirkungszusammenhängen und … entsprechendes Handeln

Die Kriegs- und die erste Nachkriegsgeneration haben den Grundstock für den heutigen Wohlstand gelegt, sind aber auch entscheidend verantwortlich für Umweltverschmutzung und Klimawandel – teils aus Unwissenheit, teils aus Gefallen am erreichten Wohlstand, teils aus Überheblichkeit. Die Freude über das selbst erwirtschaftete Auto, Eigenheim, die Freiheit und die Mittel für Urlaubsfahrten war groß.

Aber: Schon früh, nach der ersten Ölkrise und dem Bericht des ‚Club of Rome‘ über die Grenzen des (Wirtschafts-)Wachstums 1972, hätten die Anzeichen für die heutige Situation wahr- und ernstgenommen werden müssen. Heute wis-sen wir, dass weggeworfene Kunststoffe die Meere verschmutzen und wir Mikroplastik in unserer Nahrung wiederfinden. Wir wissen, dass die immense Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen den Klimawandel antreibt. Wir wissen, dass Intensivlandwirtschaft zwar Nahrungsmittel billig hält, aber nicht gut für Landwirte, Boden, Trinkwasser, Artenvielfalt und Gesundheit ist. Das sich ankündigende dritte Dürrejahr in Folge lässt ahnen, wie bröcklig (auch nach Corona) unser Wohlstand ist. Ernten vertrocknen und der Trinkwasserverbrauch muss ggf. eingeschränkt werden. Unser zukünf-tiges Wohlergehen ist nicht gesichert.

Über viele Jahrzehnte hinweg haben wir uns überheblich über Naturgesetze hinweggesetzt und die Grenzen der natürlichen Regeneration immer weiter überschritten. Wir spüren die Wirkung unseres Tuns auf Natur, Umwelt und Klima. Wir nehmen diese Verantwortung an, wenn wir unseren Energie-hunger zügeln mit Verzicht auf Flugreisen, mit Rad- / ÖPNV- statt Auto-Nutzung, mit energetischer Haussanierung, mit selbst erzeugtem Strom aus Sonnenenergie usw.

Und so geht’s … den Klimawandel auszubremsen: Wetteifern Sie mit ihren Nachbarn, Freunden, Vereinsbrüdern und -schwestern um den größten Energiesparerfolg, den kleinsten CO2-Fußabdruck, die wenigsten Autokilometer, die meisten Fahrradkilometer.

Wichtig: Feiern Sie Erfolge gemeinsam, am besten mit einem saisonalen, regionalen Öko-Essen. … Klimaschutz kennt nur Gewinner.

Klimabotschaft Juni 2020

Corona und Klimawandel?

Was hat denn die Corona-Pandemie mit dem Klimawandel zu tun? Nun, sie hat ähnliche Ursachen wie der Klimawandel: Rund 70 Prozent der bisher bekannten Viren stammen aus dem Tierreich - und gingen erst später auf den Menschen über – so auch das Coronavirus. Ministerin Schulze erklärt die Ursache: Wir Menschen vernichten Lebensräume von Wildtieren für z. B. den Anbau von Soja und Ölpalmen oder für die Produktion von Rindfleisch in Südamerika. Damit rücken Wildtiere und Menschen immer näher zusammen. Auch werden dort für das Weltklima wichtige tropische Regenwälder als CO2-Senker vernichtet. "Es geht darum, den Wildtieren künftig den Platz und die vielfältigen Ökosysteme zu geben, die sie brauchen, damit Mensch und Tier einen gesunden Abstand zueinander halten können", so Schulze. Aber es gehe auch um nachhaltige Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft: "Dazu müssen wir natürlich auch in Deutschland beitragen, etwa über eine nachhaltige Agrarpolitik oder über nachhaltige globale Lieferketten."

Global vor allem auch deshalb, weil Deutschland viel importiert. Allein das, was wir an Palmöl oder Soja verbrauchen, würde 13 Prozent der Fläche in Deutschland bedecken. Diese Fläche wird aber in anderen Ländern u.a. für die eigene Nahrungsmittelproduktion benötigt. https://www.tagesschau.de/inland/corona-pandemien-naturschutz-101.html 

Wir können es drehen und wenden, in diesem riesigen Gefüge von globalen, natürlichen und von uns Menschen gemachten Netzwerken fallen uns unsere Umwelt- und Klimasünden immer wieder auf die Füße. Mittlerweile wiegen sie so schwer – wie jetzt die Corona-Pandemie, dass es auch langfristig richtig weh tun wird.

Die neuerliche Trockenheit mit der Aussicht auf neuerliche Ernteeinbußen muss uns um unsere sichere Ernährung bangen lassen. – Und wieder ist das Gebot der Stunde: vielfältige Maßnahmen für die Verlangsamung des Klimawandels zu ergreifen, jede/r auf allen Ebenen seines Wirkens.

Klimabotschaft Mai 2020

Klimaschutz mit Corona-Krisenerfahrungen?!

Während der Corona-Krise nehmen wir Einschränkungen mehr oder weniger gelassen hin, verabschieden uns – hoffentlich für nicht zu lange Zeit - von vielen Gewohnheiten. Menschen in den Gesundheits- und Pflegeberufen, im (Nahrungsmittel-)Transportwesen müssen allerdings besonders viel leisten. Andere haben begründete Existenzängste. Wieder andere machen die beruhigende Erfahrung, dass beruflicher Stress nachlässt, Sport an der frischen Luft, Essen selbst zuzubereiten wieder Spaß macht, dass Kinderbetreuung im Homeoffice möglich und schön, aber auch stressig sein kann, ja dass sogar der verdiente Urlaub klimafreundlicher in der eigenen Region gestaltet werden kann.

Wir gewöhnen uns in der Corona-Krise an Veränderungen. Veränderungen werden auch notwendig sein, bevor uns (sprichwörtlich) das Wasser wegen des steigenden Meeresspiegels bis zum Hals steht, Stürme unser Hab und Gut wegfegen, Überschwemmungen es wegspülen, Dürren die Ernten und Feuer die CO2-Senker Wälder und Moore vernichten. Aber das geht nur mit vereinten Kräften. Dazu Umweltexperte Rainer Grießhammer: „Gute Politik ist natürlich die Voraussetzung, aber reicht allein nicht aus. Bei Transformationen wie der Energiewende und wirksamem Klimaschutz muss es Veränderungen in mehreren gesellschaftlichen Bereichen geben – im Wertesystem, im Verhalten der Konsumenten, bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen und im Markt, ebenso bei den Infrastrukturen und der Technologieentwicklung. Das beeinflusst und verstärkt sich gegenseitig. Man muss also Verhalten und Verhältnisse ändern.
https://www.fr.de/wirtschaft/umweltexperte-klimaschutz-selbstbetrug-wird-immer-absurder-13514343.html

Nutzen wir die Corona-Krise, wie schon jetzt Einschränkungen im Wohlstand zu akzeptieren und konsequentes Klima schützendes Handeln einzuüben. Entscheiden wir uns für den verantwortungsvollen Umgang mit unserer so wertvollen Lebensgrundlage Erde.

Klimabotschaft April 2020

Der Wald und der Klimawandel

Wussten Sie, dass in einem Kubikmeter Holz eine Tonne CO2 gebunden sind? (www.holzgenial.at) – Wussten Sie, dass eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern ca. 3,5 t CO2 speichert und so viel Sauerstoff erzeugt, dass 3 Menschen davon atmen können? (https://www.wissen.de/wie-viel-co2-filtern-baeume-aus-der-luft). Um diese Leistung bei Verlust des Baumes sofort wieder verfügbar zu haben, müsste man ca. 2500 5-jährige Buchen neu pflanzen. Steht denn so viel Fläche überhaupt zur Verfügung? – Wohl nicht! – Ja …, die deutschen Wälder entlasten die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, 1/7 der Emissionen. (https://www.ndr.de/ratgeber/klimawandel/CO2-Speicher-Wie-wird-der-Wald-fit-fuer-den-Klimawandel,wald994.html)

Gedenken wir also der vielen Bäume, die durch Trockenheit, Borkenkäferbefall und Krankheiten im letzten Jahr abgestorben sind und gefällt werden mussten, allein am Schölerberg in Osnabrück 100 alte Buchen. Laut Internet-Recherche: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben bis zu 180.000 ha Wald in Deutschland beschädigt. … mehr als 13 Mio. Kubikmeter Fichtenholz sind dem Käfer zum Opfer gefallen … 2018 sind durch Stürme und Schädlinge rund 32,4 Millionen Kubikmeter Holz angefallen.

Trotz dieser ohnehin atemberaubend hohen Verluste für die CO2-Bilanz werden für Baumaßnahmen, an der Bahn in Belm, an Autobahnen, am Belmer Bach, beim Wintergehölzschnitt - nach meiner Meinung – übermäßig viele Gehölze beseitigt, … von der Regenwaldabholzung ganz zu schweigen, mit absehbaren Folgen für unser Klima und unsere Atemluft. Wer denkt denn außer an das Tierleid bei den verheerenden Waldbränden in Australien an die verlorengegangene CO2-Senkung? - All diese wertvollen CO2-Senker und Sauerstoffproduzenten fallen weg …und das bei weltweit steigendem CO2-Ausstoß.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bepflanzen Sie zum Ausgleich Ihre Gärten, begrünen Sie ihre Hauswände.

Jede grüne Pflanze, je größer desto besser, hilft den Klimawandel zu verlangsamen.

Klimabotschaft März 2020

Was hat Kleidung kaufen mit Klimaschutz zu tun?

Der Frühling naht. Bei vielen Menschen steigt das Bedürfnis, sich für wärmere Temperaturen neu einzukleiden. – Aber Augen auf beim Kleidungskauf! Bevor man sich von dem riesigen Angebot und der verlockenden Werbung „einwickeln“ lässt, ist es gut sich zu informieren über Qualität (Rohstoffe, Langlebigkeit) und Nachhaltigkeit (vom Rohstoff über die Fertigung, die Nutzung bis zur Entsorgung). Wichtig ist auch Fairness bei Herstellung und Handel.

Denken wir an die Ausbeutung in der Textilindustrie - nicht nur - zur Herstellung vor allem von Billigkleidung (http://www.sklaverei-in-mode.de/ ; https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ausbeutung+textilindustrie), an die Katastrophe in Bangladesh 2013 als eine neunstöckige Textilfabrik einstürzte, mit über Tausend Toten und über 2000 Verletzten.
Bedenken Sie, dass ein T-Shirt, das hier für 5 Euro verkauft wird, eine lange klimabelastende und kostspielige Reise hinter sich hat: Transport der Rohstoffe zur Fertigung in Billiglohnländer > Verarbeitung unter z. T. ausbeuterischen und umwelt- und menschenschädlichen Bedingungen > Transport nach Deutschland.

Mögliche Alternativen finden Sie zu …

Auch das noch: „20 bis 35 % des weltweit in den Meeren nachgewiesenen Mikroplastiks stammt aus synthetischer Kleidung.“ (www.schrotundkorn.de 1/2020 / Quelle: WWF Deutschland,2019)
2017 produzierten wir Deutschen 18,7 Millionen Tonnen häufig überflüssigen Verpackungsmüll, 226,5 kg pro Kopf. Der private Anteil beträgt 47 %. (Umweltbundesamt in: Schrot & Korn 1 /2020). Nur ein Teil wird wiederverwertet.
Also … Augen auf beim Kleidungskauf!

Klimabotschaft Februar 2020

Wende im Klimawandel?

Der Raum Osnabrück war 2019 deutlich wärmer als im Bundesdurchschnitt (NOZ 07.01.2020), eine Freude für Sonnenhungrige, eine Qual für alte und kranke Menschen, zusammen mit der Trockenheit (ca. 1/3 weniger Niederschlag als im jahrelangen Durchschnitt) bedrohlich für Pflanzen und Tiere. – Das sieht nicht nach einer Wende aus.

NOZ 07.01.2020: CO2-Ausstoß 2019 gegenüber 1990 um 35%, also stark gesunken. Leider gilt das nur für die Stromproduktion durch einen erfreulichen Rekordanteil aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse von 42,6 % am Gesamtverbrauch - neben der abgeschwächten Konjunktur. Die Emissionen aus Verkehr und Heizöl sind sogar weiter gestiegen. Da fragt man sich wie es wird, wenn die Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, der Ausbau von Windkraft weiter ausgebremst wird und Hauseigentümer und Mieter sich bei der Installation von Solaranlagen, Hausisolierungen und alle Bürger bei Energiesparmaßnahmen weiter so zurückhalten?

Wenn Siemens bis 2030 klimaneutral werden will und gleichzeitig am Betrieb einer der weltgrößten, der Adani-Carmichael-Kohlemine in Australien beteiligt ist, ist das aus Klimaschutzgründen unverantwortlich, denn das Verbrennen der Kohle erhöht die CO2-Emissionen beträchtlich. Außerdem schädigt der Transport das ohnehin schon gefährdete Great Barrier Riff. (https://taz.de/Australiens-Kohlemine-Adani/!5650287/) Sind die verheerenden Buschfeuer denn nicht eine ausreichend deutliche Warnung vor dem Klimawandel?

Die TOOM-Märkte unternehmen viele Anstrengungen zu mehr Klimaschutz, gut so. Gleichzeitig verkaufen sie aber schon im zweiten Winter Braunkohlebriketts. Braukohle ist Klimakiller Nr.1.
Alle Beispiele zeigen, dass die Wende im Klimawandel noch in weiter Ferne liegt. Klimagerechtes Bewusstsein muss noch geschärft werden. Vor allem fehlt auf allen Ebenen entschiedenes klimagerechtes Handeln.

Klimabotschaft Januar 2020

Klimaschutz – zu welchem Preis?

Nach schönen Weihnachtsfeiertagen und einer vergnüglichen Silvesterfeier blicken wir erwartungsvoll auf das Jahr 2020.
Werden wir unser komfortables Leben weiterhin sichern können? Werden wir gesund bleiben oder eine Krankheit überwinden? Werden wir von langen und heißen Trockenzeiten und auch von Stürmen und Überflutungen verschont bleiben. – Dass wir dafür etwas tun können, ist hinlänglich bekannt. Für das neue Jahr nehmen sich viele Menschen etwas vor, warum nicht auch zur Zukunftssicherung durch Klimaschutz beitragen?
Unser komfortables Leben verschlingt rasant knapper werdende Ressourcen, was immer mehr statt weniger klimaschädliches CO2 freisetzt. Die tatsächlichen, gesellschaftlichen Kosten für diesen Wohlstand sind häufig nicht in den Preisen abgebildet, die wir Verbraucher an der Kasse bezah-len. - Die Folgen des Klimawandels wie höhere Gesundheitskosten (z.B. Herzkreislaufprobleme durch Hitze) oder Schadenbeseitigung bei Sturm und Überflutungen, aber auch Umweltbelastungen und der Naturverbrauch müssen in die Preise einfließen, z. B.:

  • Wegen dieser Kosten für Umweltbelastungen müssten die Preise besonders für Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft bis zu 2 ½-mal höher sein. (Schrot & Korn 12/2019 / https://idw-online.de/de/news702414) Im Ökolandbau sind die Umweltkosten niedriger, besonders bei pflanzlichen Erzeugnissen. – Würden die Landwirte existenzsichernde Preise für ihre Produkte erhalten, könnten sie unbesorgter klimagerecht und weniger umweltbelastend produzieren.
  • U. a. wegen der hohen Gesundheitsfolgekosten durch Stickoxidemissionen hält das Umweltbundesamt eine Anhebung der Steuer auf Diesel um 70 Ct für angebracht.

Wenn wir die Folgekosten unseres klimaschädlichen Lebensstils nicht der (globalen) Allgemeinheit und unseren Kindern überlassen wollen, müssen wir Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Bepreisung akzeptieren?

Quelle: Klimabotschafter Eberhard Eckert