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Die Gleichstellungsbeauftragte informiert


Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Belm.

 

Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen: "Wann, wenn nicht jetzt"

20 bundesweit tätige Organisationen und Verbände stellen Forderungen an Bundesregierung und Arbeitgeber

Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend verändert. Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen wesentlich stärker treffen. Die Pandemie vergrößert alle gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme/Schieflagen, auf die wir bereits seit Jahrzehnten hinweisen.

Angesichts der existenziellen Krise wird deutlich, wie lebensbedrohlich sich die über Jahre privatisierte und eingesparte öffentliche soziale Infrastruktur und die falschen Arbeitsbewertungen jetzt auf unseren Lebensalltag auswirken. Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen- und gleichstellungspolitischen Forderungen anerkannt und umgesetzt.

Wir erwarten von Politik, Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen innen und allen Verantwortungsträgern und Verantwortungsträgerinnen ein ebenso mutiges, sachbezogenes und schnelles Handeln wie jetzt in der Zeit von Corona.

Deshalb fordern wir u.a.:
  • finanzielle Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Gesundheitswesen, der Erziehung und im Einzelhandel
  • Abschaffung der Sonderregelungen für Minijobs
  • Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten, die es Eltern ermöglichen, sich die Care-Arbeit gereicht zu teilen
  • eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung mit Beratungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen

Die geplante Ausweitung der Notbetreuung in Kitas und Schulen greift zu kurz – Die "lag" fordert ein umfassenderes Konzept für die Kinderbetreuung in der Corona-Krise!

Endlich wird die Notbetreuung in Kitas und Schulen ausgeweitet. Das wird auch Zeit, denn Frauen leisten neben der Erwerbsarbeit durchschnittlich 4,5 Wochenstunden Haushalts-, Fürsorge- und Pflegearbeiten. Entsprechend wichtig ist die Unterstützung durch eine verlässliche Kinderbetreuung.

Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros Niedersachsen (lag) hält die Ausweitung der Notbetreuung für längst überfällig und begrüßt diese Entscheidung. Denn gerade Frauen sind in ihrer Berufstätigkeit auf eine gute Infrastruktur von Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen. Auch während einer Pandemie!

Problematisch ist jedoch aus Sicht der lag, wer laut Niedersächsischer Verordnung vom 17. April 2020 einen Anspruch auf die Notbetreuung hat. Zum einen sind hier Kinder genannt, deren Elternteil in einem Berufszweig arbeiten, der von allgemeinem öffentlichem Interesse ist. Zum anderen steht die Notbetreuung lediglich den Kindern zu, deren Betreuung einem besonderen Härtefall entspricht, also z.B im Fall einer drohenden Kündigung oder einem erheblichen Verdienstausfall. Alle anderen Familien mit Kindern haben keinen Anspruch auf eine Notbetreuung.

Die lag ist überzeugt, dass diese Regelung dem dringenden Bedarf erwerbstätiger Frauen, insbesondere dem Bedarf von Alleinerziehenden, nicht ausreichend entspricht. Dabei ist es für die lag und sicherlich auch für die betroffenen Eltern derzeit noch vollständig unklar, wie z.B. drohende Kündigung oder erheblicher Verdienstausfall nachgewiesen werden können und wer den besonderen Härtefall definiert.

Für die lag steht fest: Gerade Frauen brauchen gute Rahmenbedingungen, um in der Corona-Krise nicht allzu lange aus dem Berufsleben aussteigen zu müssen, weil sie möglicherweise monatelang die Kinderbetreuung zu Hause bewerkstelligen müssen. Die Notbetreuung in Kita und Schule muss sich am tatsächlichen Bedarf der Eltern orientieren. Eine enge Auslegung der Härtefälle vor Ort führteher dazu, dass sich Frauen aus der Erwerbstätigkeit zurückziehen müssen. Dies schwächt nicht nur die Einkommensstruktur des Staates, sondern verfestigt auch die traditionelle familiäre Arbeitsteilung mit ihren geschlechtertypischen Rollenbildern. Diese aufzubrechen ist jedoch das Erfordernis der Zeit, nicht deren weitere Festschreibung.

Corona-Pandemie und häusliche Gewalt

Anlässlich der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID- 19 weist Barbara Weber, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Belm, darauf hin, dass bundesweit wie auch in Belm und der Stadt Osnabrück ein Wachstum der Fallzahlen über die häusliche Gewalt aktuell nicht festzustellen ist. Anders als in China, wo eine Verdreifachung der Anrufe wegen häuslicher Gewalt laut der Süddeutschen Zeitung gemeldet wurde. Expertinnen und Experten erwarten jedoch einen Anstieg der innerfamiliären Straftaten und gehen in diesem Zusammenhang von einem großen Dunkelfeld aus. Vermutlich ist es für betroffene Personen schwieriger geworden, unauffällig Hilfe zu holen, da sich der Täter oder ggf. die Täterin in häuslicher Gemeinschaft befindet und dieses Umfeld in der aktuellen Situation kaum verlassen kann.

Weber bittet die Belmer Bürgerinnen und Bürger, die Kenntnis von häuslicher Gewalt in ihrem Umfeld haben, nicht nur während der Corona-Pandemie um Zivilcourage und die Belmer Polizei unter Telefon 05406 807790 zu verständigen oder den Notruf 110 zu wählen.

Sie weist weiter auf Hilfs- und Beratungsangebote wie das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016), die "Nummer gegen Kummer" (116 111) für Kinder und Jugendliche und das Elterntelefon (0800 111 0550) hin.

Das bundesweite telefonische Hilfsangebot der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. bietet im Rahmen des Präventionsprojekts „Keine Gewalt– und Sexualstraftat begehen“ tatgeneigten Personen telefonische therapeutische Hilfestellungen an. Das Angebot ist kostenlos und kann anonym genutzt werden. Näheres unter: https://www.bevor-was-passiert.de

Notfall-Telefon "Bevor was passiert"

Die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. bietet seit 26. März 2020 im Rahmen des Präventionsprojektes „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“ telefonische therapeutische Hilfestellungen für Menschen an, die befürchten, eine Straftat zu begehen. Insbesondere Personen mit sexuellen Phantasien gegenüber Kindern oder zu Gewalttaten neigende Personen können dieses kostenlose und anonyme Angebot nutzen.

Bundesweite kostenfreie Hotline:
0800 70 222 40
(Montag bis Freitag, jeweils 9 bis 18 Uhr)

Dieses Präventionsangebot ist vornehmlich eingerichtet für zur Gewalttätigkeiten oder Sexualstraftaten neigende Personen - unser Therapeutenteam steht aber nunmehr als Erstanlaufstelle auch Personen zur Seite, welche die Begehung eines solchen Übergriffs an sich, ihren Angehörigen oder Kindern befürchten. Ist eine solche Straftat allerdings bereits begangen worden, sollte die erste Anlaufstelle stets das örtliche Polizeirevier sein.

Bereits seit dem 01.01.2019 wird das BIOS-Therapieangebot für Menschen, die unter einer pädophilen Störung leiden, vom Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) anerkannt und von dort aus finanziert. BIOS-BW unterhält seit 2015 das Präventionsprojekt „Keine Gewalt und Sexualstraftat“ begehen. Seit Gründung wurden 505 Personen im Projekt behandelt.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.bevor-was-passiert.de sowie unter www.bios-bw.com.

Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungbüros Niedersachsen befürchtet: Traditionelle Rollenbilder verfestigen sich durch die Corona-Pandemie

Kein Unterricht mehr vor den Sommerferien? Niedersachsen stellt sich auf möglicherweise längere Zeiten der Schulschließungen ein. Wichtige Maßnahmen infolge der Corona-Pandemie verschärfen jedoch die Belastungen für Familien. Wer wird die zusätzlich erforderliche Betreuungs-, Lehrkräfte- und Sorgearbeit für Kinder leisten, wenn Schulen und Betreuungseinrichtungen noch wochenlang nicht öffnen können? Gleiches gilt für die Pflege von Familienangehörigen, wenn Tageseinrichtungen für ältere Menschen über einen längeren Zeitraum geschlossen sein sollten.

Schon jetzt leisten Frauen durchschnittlich anderthalb Stunden täglich mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Hausarbeit, Kinderbetreuung und die Sorge um Ältere und Pflegebedürftige sind gesellschaftlich notwendige Aufgaben, die in erster Linie von ihnen erfüllt werden. Die traditionelle familiäre Arbeitsteilung führt für Frauen seit jeher zu erheblichen Nachteilen. Teilzeitarbeit, geringe Einkommen, oftmals keine eigenständige Existenzsicherung, niedrige Renten und Armut im Alter sind die Folgen.

Nun fordert die Corona-Krise einen deutlichen zeitlichen Zuwachs an familiärer Sorgearbeit. Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros Niedersachsen (lag) befürchtet, dass dieses „Mehr“ ganz selbstverständlich von Frauen erwartet und überwiegend von ihnen geleistet wird. Damit diese Situation für Frauen nicht zu zusätzlichen negativen Konsequenzen für ihre Erwerbstätigkeit führt, ist es dringend erforderlich, dass sich Männer verstärkt in die unbezahlte familiäre Arbeit einbringen. Es wäre ein wünschenswerter Effekt, wenn Sorgearbeit jetzt neu verteilt wird und nicht allein zu Lasten von Frauen geht.

Besonders hart sind Alleinerziehende von geschlossenen Schulen und Kitas betroffen. Sie haben keine Wahl, innerfamiliär eine geschlechtergerechte Arbeitsteilung zu etablieren. Sie sind allein für das Funktionieren ihrer Familie verantwortlich. Zur Entlastung dieser Gruppe von Frauen fordert die lag, die Notbetreuung in Schulen und Kitas nicht nur für Elternteile in system- relevanten Berufen zu öffnen, sondern auch der Gruppe der berufstätigen Alleinerziehenden zur Verfügung zu stellen.

Für Berufe in der Pflege ist die Arbeitszeitverordnung aufgehoben. Die verlängerten Arbeitszeiten im Gesundheitswesen werden mit der Notfall-Kinderbetreuung nicht abgedeckt. Auch hier dürfen die Betroffenen nicht mit der Lösung des Problems allein gelassen werden. Es bedarf dringend einer Unterstützung dieser Eltern, die zusätzlich erforderliche Kinderbetreuung zu organisieren und zu finanzieren.

Viele Frauen sind derzeit in der Situation, einerseits ihre Kinder betreuen und parallel dazu den Klimmzug versuchen zu müssen, Homeoffice zu leisten. Realistisch betrachtet lässt sich feststellen: Beides zusammen geht nicht! Es hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird auch in der Corona-Krise nicht funktionieren. Homeoffice zeitgleich mit der Betreuung von Kindern stellt hohe Anforderungen und kann nach Einschätzung der „lag“ seitens der Arbeitgeber als Angebot gemacht, aber nicht für alle als verpflichtende Maßnahme eingefordert werden.

Mit Nachdruck weist die „lag“ auch darauf hin, dass die Aufwertung von Frauenberufen jetzt absolute Priorität haben muss. Diese Forderung steht ja schon lange im Raum, hat aber nun eine ganz neue gesellschaftliche Bedeutung bekommen. Denn in der Krise hat sich gezeigt, worauf es wirklich ankommt. Die systemrelevanten Berufe sind in den Blick gerückt, diejenigen, ohne die es nicht mehr läuft. In diesem Berufen sind überwiegend Frauen tätig. Mehr als je zuvor ist es erforderlich, für bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung in diesem Berufen zu sorgen, fordert die lag.
Auch und gerade in der Corona-Krise lohnt es sich, auf die geschlechterspezifischen Zusammenhänge von politischen Entscheidungen zu schauen. Denn nur so kann festgestellt werden, ob sich die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im derzeitigen Krisenmodus weiter verfestigen. Ministerin Dr. Carola Reimann hat zum Equal Pay Day Mitte März eine „gerechte Verteilung der Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen“ gefordert. Es ist Zeit, das umzusetzen – gerade in der Krise.

Corona-Zeiten: Wo gibt es jetzt Beratung für Eltern?

Nationales Zentrum Frühe Hilfen © Nationales Zentrum Frühe Hilfen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus fallen zur Zeit Eltern-Kind-Gruppen aus. Familienzentren haben dicht gemacht und viele Anlaufstellen der Frühen Hilfen sind für den Publikumsverkehr weitgehend geschlossen. An wen können sich Schwangere und Eltern mit Kindern bis 3 Jahre jetzt wenden, wenn sie Fragen und Sorgen rund um die Familie haben? Wer hört ihnen zu oder berät sie, wenn sie in Not oder in einer Konfliktsituation sind? Hier finden Sie eine Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen Beratungsmöglichkeiten für (werdende) Eltern per Telefon oder Online-Beratung.

Die meisten Anlauf- und Beratungsstellen für Eltern und Schwangere haben wegen Covid-19 den Publikumsverkehr derzeit stark eingeschränkt. Die Stellen sind aber weiterhin besetzt und in der Regel telefonisch erreichbar. Informieren Sie sich zunächst bei den Beratungsstellen öffentlicher und freier Träger in Ihrer Nähe, ob sie Schwangere und Familien telefonisch beraten.

Die passende Beratungsstelle vor Ort können Sie über die folgenden bundesweiten Suchen finden:

Erziehungs- und Familienberatungsstellen: www.bke.de
Beratungsstellen mit verschiedenen Schwerpunkten: www.dajeb.de
Anlaufstellen Frühe Hilfen: www.elternsein.info 
Schreiambulanzen: www.elternsein.info
Schwangerschaftsberatungsstellen: www.familienplanung.de


Vielseitige Informationen des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Landesschulbehörde für mit Tipps und Hinweisen für Eltern rund um die Zeit der Kontaktsperre:


Eine wichtige Alternative zur Beratung vor Ort sind für Schwangere und Familien jetzt die Online-Beratungen und Telefonberatungen verschiedener gemeinnütziger Träger. Die Informationen auf dieser Seite werden fortlaufend aktualisiert.

www.bke-elternberatung.de

Die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V. (bke) ist auf die Beratung von Eltern spezialisiert und berät bundesweit anonym und kostenlos unter www.bke-elternberatung.de. Die Fachkräfte der bke-Onlineberatung für Eltern informieren auch über die Angebote der Frühen Hilfen, wie Familienhebammen oder Familienkinderkrankenschwestern.
Bei der bke-Onlineberatung beraten pädagogische und psychologische Fachkräfte, die immer auch in einer Erziehungsberatungsstelle tätig sind. In der Mailberatung und im Einzelchat begleiten sie Eltern auch bei komplexen Problemen. Die Fachkräfte moderieren zudem Gruppen- und Themenchats. Mails werden werktags innerhalb von 48 Stunden beantwortet.

Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“

Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Elterntelefons der Nummer gegen Kummer e. V. sind auf die Beratung von Eltern spezialisiert. Sie informieren Schwangere und Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren bei Bedarf zu Frühen Hilfen. Das Elterntelefon berät bundesweit anonym und kostenlos unter der Nummer 0800 111 0 550:

  • montags bis freitags 9 bis 11 Uhr
  • dienstags und donnerstags 17 bis 19 Uhr
Online-Beratung der Caritas

Der katholische Wohlfahrtsverband Caritas bietet über ein Online-Beratungsportal kostenlose und anonyme Beratung und Hilfe an. Alle Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Frauen, Männer und Paare finden vielfältige Beratungsangebote:

  • Eltern und Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangerschaft
  • U 25 Suizidprävention

Sie können ihre Fragen und Anliegen per Mail versenden unter: www.caritas.de. Die Fachkräfte der Online-Beratung antworten zeitnah, spätestens innerhalb von 48 Stunden.

Online-Beratungen der Diakonie

Über das Hilfeportal der Diakonie, dem sozialen Dienst der evangelischen Kirchen, können alle Schwangere und Familien Online-Beratungen der Diakonie in ihrer Nähe finden. Die Online-Beratungen sind kostenlos und vertraulich. Sie erfolgen über ein besonders geschütztes Webmail-Formular. https://hilfe.diakonie.de

Telefonseelsorge

Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Telefonseelsorge sind rund um die Uhr unter den Nummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar. Sie beraten alle Menschen mit Sorgen oder in Krisensituationen anonym und kostenlos. Die Telefonseelsorge bietet auch eine Mailseelsorge und Chatseelsorge an unter: www.telefonseelsorge.de. Träger der Telefonseelsorge sind die Evangelische Kirche und die Katholische Kirche in Deutschland.

Muslimisches Seelsorgetelefon

Das Muslimische Seelsorgetelefon MuTeS steht allen Menschen in seelischen Notlagen unter der Nummer 030 443509821 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr offen. Die ehrenamtlichen muslimischen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger beraten anonym und kostenlos (bis auf die üblichen Festnetzgebühren). Die Beratungen sind immer in Deutsch und dienstags in Türkisch. Nach Absprachen sind auch Beratungen in Arabisch, Urdu, Französisch, Englisch und Bosnisch möglich. Träger von MuTeS ist Islamic Relief Deutschland e. V. Informationen unter: www.mutes.de

Beratungshotline der ZWST

Die Beratungshotline der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. berät junge Familien, insbesondere jüdischen Glaubens, unter der Telefonnummer 069 944371-63. Die Beratung ist anonym und kostenlos (bis auf die üblichen Festnetzgebühren). Die Sprechzeiten sind:

  • montags 9 bis 13 Uhr
  • dienstags 15 bis 18 Uhr
  • mittwochs 9 bis 14 Uhr
Mail-Beratung von pro familia

Bei Fragen und Problemen rund um Partnerschaft, Sexualität, Familienplanung und Schwangerschaft bietet der Verband pro familia eine kostenlose und anonyme Online-Beratung. In der bundesweiten E-Mail-Beratung antworten die qualifizierten Fachkräfte in der Regel innerhalb von drei Tagen. www.profamilia.de

Online-Chat der AWO zu Sexualität und Schwangerschaft

Der Online-Chat der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Niederrhein e. V. bietet die Möglichkeit, mit ausgebildeten Beraterinnen und Beratern anonym, vertraulich und kostenlos zu allen Fragen zu Sexualität, (ungewollter) Schwangerschaft, Partnerschaft, STI und Verhütung zu chatten unter: www.liebe-lore.de

  • montags von 13.30 bis 17.30 Uhr
  • mittwochs von 9.00 bis 12.30 Uhr
Hotline Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V.

Die Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) richtet sich an alle, die durch die Corona-Pandemie psychisch belastet sind. Wenn Menschen unter der häuslichen Isolation leiden, sozialen Rückhalt vermissen oder verunsichert sind, finden sie Beratung bei der professionellen anonymen und kostenlosen Hotline 0800 777 22 44. Die BDP-Corona-Hotline ist geschaltet:

  • täglich von 8 bis 20 Uhr
Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”

Das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 bietet es Frauen aller Nationalitäten eine 24-Stunden-Beratung an. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten. Die Beratung erfolgt durch qualfizierte Fachkräfte mehrsprachig und barrierefrei. Das Hilfetelefon bietet zudem eine Chatberatung und E-Mail-Beratung auf Deutsch unter www.hilfetelefon.de. Träger des Hilfetelefons ist das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

www.gewaltlos.de

Die Internetberatung www.gewaltlos.de richtet sich an Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Der Chat ist rund um die Uhr geöffnet und berät kostenfrei und anonym. Träger der Internetberatung ist der Verein Gewaltlos.de e. V. Ihm gehören 34 Vereine des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) aus ganz Deutschland an.

Hilfetelefon für „Schwangere in Not“

Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ des Bundesfamilienministeriums ist unter der Nummer 0800 40 40 020 rund um die Uhr für Schwangere erreichbar. Qualifizierte Beraterinnen beraten anonym und kostenlos, bei Bedarf auch in 18 Sprachen. Das Hilfetelefon bietet auch eine kostenlose und anonyme Online-Beratung unter: https://schwanger-und-viele-fragen.de


Corona-Krise: Survival-Kit für Männer unter Druck

Die Dachorganisationen für Jungen-, Männer- und Väterarbeit in der Schweiz (www.maenner.ch), Österreich (www.dmoe-info.at) und Deutschland (www.bundesforum-maenner.de): "Unser Beruf ist, Männer zu beraten und zu begleiten. Wir wissen aus Erfahrung: In einer Krisensituation steigt das Risiko, die Kontrolle zu verlieren und gewalttätig zu werden. Hier sagen wir, was dich als Mann unterstützt, Stressmomente in der Corona-Krise zu bewältigen". Den Flyer mit Verhaltenstipps bei Stress in der Krise gibt es hier:

Klausurtagung: Gleichstellungsbeauftragte unterstützen Initiative der LandFrauen

Die Kreisarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Osnabrück unterstützt die Unterschriftensammlung des LandFrauenverbandes für die bevorstehende Petition zur Anhebung der Altersgrenze im Mammographie-Screening-Programm. Die LandFrauen und Gleichstellungsbeauftragten fordern für alle Frauen die Durchführung der Brustkrebsfrüherkennung bis zum 75. Lebensjahr.
Noch bis zum 15. März können hierfür Unterschriften gesammelt werden. Listen sind bei den örtlichen Gleichstellungsbeauftragten erhältlich.

Dies war nur eines der Themen, die auf der Klausurtagung der Kreisarbeitsgemeinschaft in der letzten Woche im Hotel Piazza am Alfsee in Rieste besprochen wurden. Unter der Leitung von Monika Schulte, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, berieten sich sowohl haupt- als auch ehrenamtliche kommunale Gleichstellungsbeauftragte zu aktuellen Fragestellungen.

Eines der zentralen Themen war die Hebammenversorgung in der Region. Nach der Schließung der Hebammenzentrale Osnabrück hat zunächst der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück als Zwischenlösung eine Vermittlungstätigkeit aufgenommen. Die Gleichstellungsbeauftragten begrüßen es sehr, dass nun mit der zu April eingerichteten kommunal geförderten Hebammenzentrale beim SkF Osnabrück die Versorgungslücke verlässlich geschlossen werden kann. Informationen wird es dann unter www.hebammenzentrale-osnabrueck.de geben. Die Versorgung von Schwangeren und jungen Familien kann so verbessert werden.

Auf Landesebene macht sich die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (lag) gemeinsam mit dem Bündnis Gesundheit rund um die Geburt stark für eine flächendeckende Versorgung und eine bessere Unterstützung von Eltern vor und nach der Geburt. Langfristig verfolgt das Bündnis das Ziel, eine Koordinierungsstelle für das Thema Gesundheit rund um die Geburt auf Landesebene einzurichten, die die nationalen Gesundheitsziele im Blick hat, wie Regina Bien, Vorstandsmitglied der "lag" und Gleichstellungsbeauftragte der SG Bersenbrück, berichtet.

An die Verbesserung der Gesundheit rund um die Geburt schloss sich die Forderung, Eltern eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Für die Gleichstellungsbeauftragten stand aber auch eine Reflexion ihres eigenen Arbeitsalltags auf dem Programm. Für ein gutes Zeitmanagement ist es immer wieder notwendig, Prioritäten zu setzen, um die vielfältigen Aufgaben in Verwaltung, Politik und der Bürgerschaft zu bewältigen. Hierfür holten sich die Gleichstellungsbeauftragten in der Klausurtagung mit der Referentin Sabine Schicke, Journalistin und Coach aus Oldenburg, wertvolle Impulse, um den beruflichen Herausforderungen im Alltag mit noch mehr Souveränität zu begegnen

Frauen starten durch! - Informationen zum Wiedereinstieg in den Beruf

  • Informationsblatt und Beratungsangebot der Bundesagentur für Arbeit für Frauen, die wieder ins Berufsleben zurückkehren wollen.

 

  • 10.02. bis 14.06.2020: Seminar der GEBA mbH Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung für Frauen zum Wiedereinstieg in den Beruf.

Neue Selbsthilfegruppe für Opfer von sexueller Gewalt und Missbrauch in der Kindheit

Sexuelle Gewalt und Kindesmissbrauch sind nach wie vor Tabuthemen, über die viel zu wenig gesprochen wird. Deswegen ist es für Betroffene oft schwierig, ihre Erfahrungen mitzuteilen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Diese Selbsthilfegruppe richtet sich an Frauen, die in ihrer Kindheit und frühen Jugend sexuelle Gewalterfahrungen machen mussten, egal ob auf physischer oder psychischer Ebene.  

Opfer von Missbrauch und sexueller Gewalt haben teilweise große Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen und über das Erlebte zu sprechen, weil viel verdrängt wird und diese Erlebnisse mit großen Schamgefühlen, teilweise sogar mit Schuldgefühlen, in Verbindung stehen. Diese Gruppe soll sich zunächst kennen lernen und Vertrauen untereinander aufbauen, bevor gemeinsam entschieden wird, wie weitere Themen angegangen und behandelt werden.

Die Themen können eine weite Spannbreite vom Austausch über das Erlebte, den Einfluss, den diese Erfahrungen auf die Gegenwart, Beziehungen und Sexualität haben, bis hin zu Fragen wie: Was erwartet mich bei einer Täteranzeige, und was sind meine Möglichkeiten und Rechte? Die Gruppe ist dafür gedacht einen geschützten Raum für einen sensiblen Austausch zu schaffen, sich gegenseitig zu unterstützen, Erfahrungen auszutauschen, sich zu stärken und zu vernetzen.

Die genaue Adresse der Treffen und der nächste Termin werden auf Anfrage bekanntgegeben. Fragen und Anmeldungen beantwortet die Selbsthilfekontaktstelle telefonisch unter 0541 501-8317oder per E-Mail an selbsthilfegruppe-ramona@posteo.de.
Alle Informationen werden vertraulich behandelt.

100 Jahre Frauenwahlrecht - Im Januar 1919 durften Frauen in Deutschland das erste Mal wählen

Stellen Sie sich vor: Morgen sind Wahlen und Sie dürfen nicht hin. Weil Sie eine Frau sind! Noch vor 100 Jahren war es genauso. Da durften Frauen nicht wählen. Weil sie Frauen waren. Weil sie sich als Hausfrau und Mutter ihrem Ehemann unterordnen mussten. Auch galten Frauen als zu emotional um Politik zu machen. Akteurinnen verschiedener Flügel der Frauenbewegung wie Clara Zetkin, Anita Augspurg, Marie Juchacz, Helene Lange und viele andere weltweit nahmen das nicht hin und erstritten und erkämpften seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Stimmrecht für Frauen.
Im November 1918 erreichten sie dann die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland und im Januar 1919 fanden die ersten Wahlen für beide Geschlechter statt. Zum ersten Mal durften Frauen wählen und gewählt werden. Zum ersten Mal durfte eine Frau im deutschen Parlament sprechen, Marie Juchacz. Rita Süssmuth, Bundesfrauenministerin a.D.: „Es ging um mehr als das aktive und passive Wahlrecht. Erkämpft wurde das Recht zur Mitwirkung und Mitgestaltung in allen Lebensbereichen,…“

Seitdem ist viel passiert.

Seit 1949 sind Frauen und Männer laut Grundgesetz gleichberechtigt und seit 1977 müssen Frauen ihre Ehemänner nicht mehr um Erlaubnis fragen, wenn sie erwerbstätig sein möchten. Seit 2005 regiert eine Frau, Angela Merkel, das Land. Dennoch gibt es noch viel zu tun. So finden wir nur in jedem 10. Rathaus im Lande eine Bürgermeisterin, in jedem deutschen Parlament sind bisher Männer in der Mehrheit, der Frauenanteil im Bundestag ist sogar zurückgegangen und ist damit auf dem Stand von vor 20 Jahren. Dabei wissen wir, dass es wichtig ist, dass Frauen mitentscheiden und sich weiter für die Gleichberechtigung einsetzen für eine gerechtere Bezahlung, für mehr Frauen in den Chefetagen und in politischen Gremien, für ein gewaltfreies Leben, für eine gerechtere Aufteilung der Haus- und Familienarbeit.