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Datum: 03.08.2020

»In diesen Zeiten muss man kreativ sein«

Corona hat die heimische Wirtschaft arg gebeutelt. Schlimm getroffen waren gerade zu Beginn der Pandemiebeschränkungen die Gastronomiebetriebe. Bürgermeister Viktor Hermeler informierte sich jetzt im Rahmen seiner regelmäßigen Unternehmensbesuche bei Thorsten Lecon-Liebenow vom Traditionsgasthaus Lecon stellvertretend für die Restaurants und Hotels in Belm über die aktuelle Lage.

„Eigentlich hatte ich für 2020 das Auftragsbuch so voll wie noch nie in den vergangenen 30 Jahren, in denen ich den Betrieb führe“, sagt Lecon-Liebenow. Dann kam Corona. Im April hatte er keine Einnahmen. „100 Prozent Umsatzverlust“. Als Ende Mai die Gastronomie sukzessive wieder öffnen durfte, waren es aber immer noch 90 Prozent Einbußen, im Juni noch 85 Prozent.

Bislang war das Gasthaus Lecon ein reiner Saalbetrieb. Und das Einzugsgebiet geht dafür mittlerweile weit über Belms Grenzen hinaus. „Ich habe auch schon Gäste aus Nordrhein-Westfalen gehabt, die bei uns ihre Hochzeit feiern wollten“, verrät er. Erst im vergangenen Jahr hat er seinen großen Saal von Grund auf erneuert und modernisiert. „Das war schon eine stattliche Investition. Hätte ich damals gewusst, dass Corona kommt, hätte ich das vielleicht nicht gemacht“, erklärt der Gastronom gegenüber Bürgermeister Viktor Hermeler.

71 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Gasthaus Lecon beschäftigt. Die meisten auf 450-Euro-Basis oder Stundenweise für das Veranstaltungsgeschäft, aber auch sieben Festangestellte in Teil- und Vollzeit.

Mittlerweile kann man abends auch á la carte bei ihm essen. Ein Novum für ihn. „Dafür war Lecon eigentlich nicht bekannt, aber in diesen Zeiten muss man ja kreativ sein“, erklärt er. Kostendeckend sei das aber eher nicht. „Wenn ich ehrlich bin: Ich mache das nur, damit meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich was zu tun haben“. Auf seiner neuen Speisekarte stehen kleine Gerichte zwischen 3,50 und 6,50 Euro. Verschiedene Speisen in kleinen Portionen, ob Ochsenbrust, Saibling oder Hähnchenfilet. „Das ist mal was anderes“, sagt Lecon. Die Gäste müssten sich am Abend nicht für eine Auswahl entscheiden, sondern können mit zwei, drei Gerichten probieren. „Das kommt gut an“.

Das Hochzeits-Geschäft laufe dagegen immer noch nicht wie vor Corona. „Wir halten uns hier ganz strikt an die Hygiene- und Abstandsauflagen. Da sind manche Feiern einfach nicht machbar“, sagt Lecon. Und für ihn ist auch klar: „Wir brauchen unbedingt den Impfstoff. Ohne den wird es nie so sein, wie vor der Pandemie“.